Thema: Worauf achten?

Forum: ZweitFrauen-Forum

Autor: Ofelia


Ofelia - 8/6/2010 um 10:10

Hallo,

Habe mich eben hier angemeldet, weil ich annehme, dass ich in Zukunft mal den einen oder anderen Rat werde brauchen können.

Seit 8 Monaten habe ich eine Beziehung zu einem getrennt lebenden Mann mit Kindern. Sein erster unehelicher Sohn ist jetzt in der Lehre und wird finanziell bald keine grosse Belastung mehr sein. Mit seiner Frau hat er allerdings eine 13 jährige Tochter. Für die 2 anderen, mitlerweile erwachsenen Kinder der Frau hat er jahrelang gesorgt, weil deren Vater sich um alles gedrückt hat. Die beiden waren ca 14/15 Jahre verheiratet, leben seit einem Jahr getrennt, habe die Scheidung aber noch nicht eingereicht, weil es da noch ein HAus zu verkaufen gibt dessen Finanzierung wohl in Frage steht wenn sie sich offiziell trennen. Auch nach dem Verkauf des Hauses werden noch Schulden vorhanden sein.

Mein Partner und ich versuchen noch - nicht krampfhaft aber fleissig - ein gemeinsames Kind zu bekommen. Wir sind schon so um die 40, ist also nicht gesagt, dass das noch wird, soll aber eingeplant sein.

Ich selbst bin seit langem geschieden, kinderlos, berufstätig und stehe finanziell recht sicher da. Habe auch ein eigenes, schuldenfreies Haus, welches mein Partner und ich noch umbauen wollen.

Da mein Partner durch das Haus, aber auch durch Privatschulden die v.a. durch seine Frau aufgelaufen sind stark belastet ist und ich nicht weiss wie die Situation im ungünstigsten Fall bei einer Scheidung weiter läuft, wollte ich hier mal anfragen ob mir jemand ein paar Tips geben kann worauf ich achten und auf was ich mich einstellen muss. Die beiden hatten zwar Gütertrennung vereinbart, hatten aber ein gemeinsames Konto, so dass sich die Schulden wohl nicht einem zuordnen lassen.

Ich habe kein Problem mit meinem Gehalt mich, ein eventuelles Kind und ggf auch den Mann durchzubekommen, möchte aber natürlich nicht, dass mein Geld indirekt in das Schuldenloch Ex-Frau versickert. Mein Freund ist da leider auch überaus gutmütig und hat die Tendenz sich ausnehmen zu lassen, was ich natürlich nicht fördern möchte.

Wüsste auch gerne wie denn mein Kind dastünde im Vergleich zu den älteren Kindern. Was wenn die Frau krank wird oder arbeitslos?
Was änderte sich nach Scheidung und eventueller Heirat?
Muss ich irgendwelchen Fallen vorbeugen? z.B. weil mein Freund mietfrei bei mir wohnt und offiziell nichts zahlt?

Wahrscheinlich ist das ein weites Feld.....ein paar Infos oder links zu meiner Situation würden mich aber sehr freuen.

Grüsse
Andrea

Sonnenschein - 8/6/2010 um 11:58

Willkommen auf dem Planeten!

Deine Fragen sind echt arg allgemein :(

Da kann man dir jetzt 100 Seiten schreiben. Allein weil es von Fall zu Fall echt verschieden ist.

Um mal vorne anzufangen:
Wer lebt in dem Haus? Wer hat die Kreditverträge unterschrieben? Wer steht im Grundbuch?

Hat denn dein Freund den Unterhalt mit seiner (noch-)Frau geklärt?
Wenn ja, haben sie es alleine gemacht oder wurde ein Anwalt/Jugendamt zu Rate gezogen?

Wo ist dein Freund beim Einwohnermeldeamt gemeldet (Haus oder bei Dir)?

Welcher OLG Bezirk ist für ihn zuständig? (kann man googeln)

Schulden kann man meist aufschlüsseln. Wenn Ehefrau Verträge/Kredite abschließt unter ihrem Namen OHNE das er was unterschreibt, dann haftet nur sie dafür. Nicht er...

Arbeitet sie denn?

Wenn ihr heiratet, gibt es einiges zu beachten. Sein Selbstbehalt kann von 8% bis 12,5 % (je nach OLG) gesenkt werden. Wenn ihr ein Kind bekommt, dann ist er auch für dieses Unterhaltspflichtig. Was evtl. dazu führen kann, dass Exchen und Kinder aus früherer Beziehung weniger Geld bekommen... Aber das ist ein seeeeehr langes Thema.

Was für mich im Punkt "lass uns heiraten" wichtig ist, ist dass ich auf jedenfall eine Ehevertrag möchte. Ich habe keine Lust, den Stress nochmal mit zu machen, egal auf welcher Seite. Und wenn wir uns größere Dinge anschaffen sollten (Haus kaufen, Auto) wird sein Name nirgens auftauchen. Denn sollte ihm irgendwas (3xauf Holz klopf) passieren, hab ich EVTL. zwei Kinder und eine (noch-/ex-)Frau vor der Tür stehen, die Geld sehen wollen. Deswegen sichere ich ihn durch ein Testament ab und er mich dadurch, dass er keine Unterschriften leistet.

Ich hab schon eine heulende alte Frau gesehen, die von den Kinder des verstorbenen Mannes aus ihrem Haus, wofür auch sie gearbeitet hat, rausgeklagt wurde, weil sie die Kinder nicht auszahlen konnte.

Ausreichend Schutz gibt es allerdings nie. Es kann immer irgendwie irgendwas passieren.

Du siehst, auf Fragen folgen erstmal Gegenfragen ;) Alles nicht so einfach.

Lieben Gruß!

Rene - 8/6/2010 um 12:14

Hallo Andrea,

fachlichen Rat kann ich Dir nicht wirklich geben.

Aus meiner Erfahrung kann ich Dir nur empfehlen, Dir schnellstens ein dickes Fell anzulegen, denn sobald Kinder und ein Haus mit im "Spiel" sind, kann (muß nicht!) es langwierig und schmutzig werden.
Das hängt natürlich davon ab, ob man sich einig ist oder nicht.

Ich weiß nur, daß sie Dich nicht finanziell belangen können, um die Schulden Deines Freundes zu decken (solange ihr nicht verheiratet seid).
Wenn ihr heiratet kann es passieren, daß ihm weniger Eigenbedarf zugesprochen wird.
Außerdem würde ich dafür sorgen, daß er nichts "hat" - Auto auf Deinen Namen, Möbel auf Deinen Namen etc.

Ob man nach erst 8 Monaten Beziehung und in solch einer neuen, schwierigen und noch nicht geklärten (finaziellen) Situation sich schon gleich mit einem Kind zusätzlich "belasten" sollte, ist sicherlich Ansichtssache und möchte ich auch gar nicht beurteilen.

Dein Freund wäre auf jeden Fall auch unterhaltspflichtig für Euer gemeinsames Kind - dadurch wird der Unterhalt an seine Kinder und (noch) Frau geringer.

Dein Freund wird nach dem Verkauf seines Hauses noch Schulden haben, daher wirst Du bestimmt den Ausbau Deines Hauses übernehmen, falls er sich daran finanziell beteiligen sollte, würde ich dies auf jeden Fall rechtlich/schriftlich abklären.
Außerdem wird Dein Freund Unterhalt sowohl für seine Kinder (rechtlich festgelegt), als auch an seine Frau zahlen müssen.
Schulden, Veträge etc. sind auch davon abhängig, wer sie unterschrieben hat und dafür haften muß.
Stehen beide im Grundbuch des Hauses?

Du hast gar nichts über seine 13jährige Tochter geschrieben.
Wird sie bei Euch wohnen oder bei der Mutter? Soll sie regelmäßig zu Euch kommen? Wie verstehst Du Dich mit seinen Kindern?
Mit Gütertrennung kenne ich mich nicht aus.

Wünsche Dir auf jeden Fall auf Eurem Weg viel Glück, Kraft und sucht Euch kompetente Beratung (Anwalt).

Gruß,
Rene

Ofelia - 8/6/2010 um 13:31

Hallo,

Danke schon mal für die Antworten.
Wollte mich mal in eventuelle Problematiken reindenken, dass es gleich so kompliziert wird, dachte ich nicht.

Das gemeinsame Haus der beiden ist vermietet und soll verkauft werden. Selbst dann sind noch Schulden da.
Sie wohnt zur Miete in einer Wohnung die von ihrem neuen Freund angemietet wurde. Arbeitet voll, verdient aber nicht viel und gibt deutlich mehr aus, so scheint es.
Momentan sind sie sich noch unproblematisch einig, wobei ich meinem Freund schon sagte, dass er sich trotzdem an Spielregeln halten muss und einiges ändern. So zahlt er zur Zeit keinen Unterhalt an das Kind, dafür zahlt er alleine die Schulden ab. Ich habe ihm gesagt, dass sie das aufrechnen können wie sie wollen aber er soll doch darauf achten dass er offiziell den Unterhalt zahlt, denn das ist ja das Geld für das Kind und die Schulden sind die von Frau und Mann.
Leider hat er sich schon ziemlich daran gewöhnt geschröpft zu werden und ich schliesse mal nicht aus, dass sie das Konto überzogen hat und er dann auf seinen Namen einen Kredit aufgenommen hat um es auszugleichen (hatte ich seine gutmütigkeit schon erwähnt? :redhead: ). Da müsste ich mal genau nachbohren....
Die Einkäufe hat sie wohl bei Quelle und co getätigt....kann ich etwas schwer nachvollziehen, traue ich ihr aber durchaus zu.

Das Haus und die Finanzierung haben die beiden gemeinsam gemacht, stehen also gemeinsam überall drinnen. Den passus aufgrund dem er meint seine Finanzierung würde bei einer Scheidung platzen da von der Bank gekündigt muss ich mir mal genau geben lassen.

Er wohnt seit 8 Monaten bei mir im Haus (Erstwohnsitz). Haben tut er eigentlich nichts ausser seinem alten Motorrad und einem Dienstwagen (1%-Regel). Verdienen tut er ca 3000 brutto, also etwas weniger als ich.
Mein Haus ist meine Sache und der Umbau geht natürlich auf meine Kosten. Er wird auch nicht im Grundbuch eingetragen...wozu? Dass er mithilft beim Umbau finde ich selbstverständlich und muss ich glaub nicht irgendwie regeln, oder?

Wenn die Frau die letzten Jahre schon gearbeitet hat (Halb-, dann Vollzeit) wie sieht es dann mit Unterhalt aus? Und wann kommt da wie ihr neuer Freund mit dazu?

Die Tochter wohnt bei der Mutter. Wäre eigentlich egal, denn wir alle arbeiten vollzeit, aber sie müsste dann die Schule wechseln (war erst vor 2 Jahren der Fall). Sie würde wohl auch nicht bei uns wohnen wollen, denn hier gibt es keinen Fernseher, keine Computerspiele und keine Rundumvertüttelung (ein Trennungsgrund ist die Gluckerei).
Das Kind ist lieb und wir kommen gut klar, allerdings halte ich mich etwas zurück, da ein Kind bei mir nicht so verwöhnt würde wie sie es von Muttern her gewohnt ist. Sie kommt 14 Tägig wochenends zu uns.

Ich würde den Mann schon gerne auch heiraten, aber müssen tu ich das nicht. Auch wenn sich doch noch Nachwuchs einstellt ginge das so, wenn es dadurch unproblematischer sein sollte.

Klären die Angaben die Situation etwas?

Grüsse
Andrea

Rene - 8/6/2010 um 14:26

Hallo Andrea,

ich gehe mal davon aus, daß ihr gemeinsames Konto bereits aufgelöst wurde und sie keinen Zugriff mehr hat?

Gut, daß sie sich soweit mit dem Haus einig sind.

Der Unterhalt an die Kinder hat absolut nichts mit dem Unterhalt an die Mutter bzw. den Schulden zu tun. So kann man wohl die Schuldentilgung mit dem Ehegattenunterhalt "verrechnen", nicht jedoch mit dem Unterhalt der Kinder.

Ehegattenunterhalt kann gefordert werden, auch wenn die Ex-Frau arbeitet.
Ihr Freund wird genauso in die "Rechnung" mit einbezogen, wie Du als neue Partnerin - erst wenn die Ex-Frau erneut heiraten würde, wäre es anders.

Ob die Tochter bei Euch wohnt oder ihrer Mutter ist vom finanziellen her nicht egal. Denn wenn sie bei Euch leben würde, müsste die Mutter Unterhalt für ihre Tochter zahlen - abgesehen davon, daß es ein absolut anderes Leben wäre, mit einem "fremden" Kind zu leben.

Lieben Gruß,
Rene

Anais - 8/6/2010 um 15:10

Hallo Ofelia,

willkommen hier bei uns :)

Zu den rechtlichen Dingen haben die anderen schon viel geschrieben, mir ist was aufgefallen:

Ich habe den Eindruck Du kümmerst Dich sehr um diese Angelegenheiten, recherchierst und machst Dir Gedanken. Das ist ehrenwert von Dir, aber: Bitte paß gut auf Dich auf, ich habe vor etlichen Jahren auch so als Zweitfrau angefangen :red: und irgendwann war ich völlig am Ende (u.a. deshalb bin ich vor knapp 9 Jahren hier gelandet ;) ).


Liebe Grüße
Anais

Ofelia - 8/6/2010 um 16:47

@ Anais

Ich mache mir über alles was mir im Leben widerfährt ziemlich viele Gedanken, so natürlich auch über diese neue Situation.

Mit fast 40 hat man auch schon ein bischen was erlebt und da gibt es Dinge die braucht man nicht mehr.
So kenne ich z.B. die Scheidungsproblematik sozusagen aus typisch männlicher Sicht, da mein Ex zwar das halbe Dorf erbte aber noch versucht hat Unterhalt zu bekommen da ja nur ich gearbeitet hatte während der Ehezeit.
Ich möchte eigentlich nichts anderes als gut informiert sein, damit ich mich schützen kann und richtig Verhalten wenn es schwierig werden sollte.

Habe ein wenig im Forum gelesen und sehe, dass man gar nicht vorsichtig genug sein kann. Das muss ja nicht bedeuten dass man jemandem schlechte Absichten unterstellt, aber es ist doch gut zu wissen wo man steht.


Grüsse
Andrea

Sonnenschein - 8/6/2010 um 16:53


Zitat:
Ihr Freund wird genauso in die "Rechnung" mit einbezogen, wie Du als neue Partnerin - erst wenn die Ex-Frau erneut heiraten würde, wäre es anders.


Vorsicht, dass stimmt so nicht ganz. Sie als neue Partnerin verursacht eine Verminderung des Selbstbehalts ihres Freundes. Hat seine Frau einen Neuen mit dem sie zusammenwohnt, passiert erstmal gar nichts. Erst nach ca. 2-3 Jahren zusammenleben, findet ihr Freund Berücksichtigung. Dazu kommt noch, dass egal welcher Partner, ob nun sie oder der Neue der Frau, auch Leistungsfähig sind. D.h. nicht selbst am Existenzminimum knabbern. Wenn Frau neu heiratet, dann ist er unter o.g. Bedingungen meist raus aus der Nummer.

Das meinte ich mit "arg allgemein". Man kann ganz viel spekulieren, wenn man die Fakten nicht kennt ;)

Und wie Anais schon sagte, pass gut auf dich auf.
Jeder kennt das, man will das schnell hinter sich bringen, man will das man mit seinem Partner ein neues Leben anfangen kann ohne den Verbund zwischen seiner Frau zu wissen. Man darf aber nie vergessen, dass man selbst auch Leben möchte und dein Körper kann dir durchaus die Signale zu spät senden :( Aber das ist jetzt auch wieder nur spekuliert ;)

Ofelia - 8/6/2010 um 17:16


Zitat:
Hallo Sonnenschein,

. Dazu kommt noch, dass egal welcher Partner, ob nun sie oder der Neue der Frau, auch Leistungsfähig sind. D.h. nicht selbst am Existenzminimum knabbern. Wenn Frau neu heiratet, dann ist er unter o.g. Bedingungen meist raus aus der Nummer.

??? Den ersten Satz kann ich nicht verstehen.



Jeder kennt das, man will das schnell hinter sich bringen, man will das man mit seinem Partner ein neues Leben anfangen kann ohne den Verbund zwischen seiner Frau zu wissen. Man darf aber nie vergessen, dass man selbst auch Leben möchte und dein Körper kann dir durchaus die Signale zu spät senden :( Aber das ist jetzt auch wieder nur spekuliert ;)


Und das irgendwie auch nicht wirklich..... :red:
Grüsse
Andrea

Admina - 8/6/2010 um 19:33

Hallo Ofelia,

Zitat:
Ich habe kein Problem mit meinem Gehalt mich, ein eventuelles Kind und ggf auch den Mann durchzubekommen, möchte aber natürlich nicht, dass mein Geld indirekt in das Schuldenloch Ex-Frau versickert. Mein Freund ist da leider auch überaus gutmütig und hat die Tendenz sich ausnehmen zu lassen, was ich natürlich nicht fördern möchte.


Du kannst es nur mit Deinem Freund direkt regeln, inwieweit er sich ausnehmen lässt, was er an Altlasten freiwillig bezahlen möchte usw. Prinzipiell bist Du nicht für seine Schulden verantwortlich, egal ob ihr verheiratet seid oder nicht.

Zitat:

Wüsste auch gerne wie denn mein Kind dastünde im Vergleich zu den älteren Kindern.


Dein Kind ist genaus unterhaltsberechtigt wie die älteren Kinder.

Zitat:

Was wenn die Frau krank wird oder arbeitslos?


Es kommt darauf an, ob der Zustand eheprägend ist. Sprich: war die Frau in der Ehe schon krank und kann später auf Grund dieser Erkrankung nicht mehr arbeiten, dann ist es eheprägend und ihr steht EU zu. Hat sie während der Ehe nicht gearbeitet und war zum Zeitpunkt der Scheidung arbeitlos, dann ist es ebenfalls eheprägend.
Aber: zuerst müssen die Kinder bedient werden und dann, falls etwas übrig bleibt, kommt der EU.
Hat die Frau während der Ehe bzw. zum Zeitpunkt der Scheidung gearbeitet, dann ist eine spätere Arbeitslosigkeit (meistens) nicht relevant.

Zitat:
Was änderte sich nach Scheidung und eventueller Heirat?


Wenn ihr verheiratet seid, dann seid ihr gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet ;)


Zitat:
Muss ich irgendwelchen Fallen vorbeugen? z.B. weil mein Freund mietfrei bei mir wohnt und offiziell nichts zahlt?


Wenn er mietfrei wohnt, kann sein Selbstbehalt nach unten gesetzt werden, so dass er mehr Unterhalt bezahlen muss.

Es ist auch nicht so ganz richtig, dass Du als Partnerin in die Unterhaltsberechnung einbezogen wirst, da Dein Einkommen in dieser Beziehung irrelevant ist. Es spielt nur eine Rolle bei der Feststellung, ob Du selbst unterhaltsberechtigt bist oder ob Dein Einkommen ausreicht, Dich selbst zu versorgen. Auch wenn Dein Partner über kein oder nicht genügend Einkommen verfügen sollte, um seiner Unterhaltsverpflichtung nachzukommen, wird geprüft, ob Du so viel verdienst, um ihm ein entsprechendes Taschengeld zu bezahlen. Solange Du aber kein monatliches Nettoeinkommen im 5-stelligen Bereich hast, musst Du Dir da keine Sorgen machen ;)

Ofelia - 9/6/2010 um 08:15

Hallo Admina,

Vielen Dank für Deine Angaben!

Für meinen Partner Unterhaltspflichtig zu sein, damit hab ich kein Problem. Das hätte ich nur damit, wenn ich indirekt auch für seine Ex zahlen müsste.
Sie ist mir gegenüber einfach nicht interessiert und offen genug dass ich da übermässige Toleranz hätte.

Grüsse
Andrea

Sonnenschein - 9/6/2010 um 08:45

Hallo Ofelia,

es ist so, wenn dein Freund mit dir zusammenlebt, dann entsteht ihm dadurch eine Ersparnis durch Miete, Heizung etc.
Diese Ersparnis kann unter Umständen dazu führen, dass sein Selbstbehalt gesenkt wird und er mehr Unterhalt an Frau und Kinder zahlen kann, aber nur, wenn du ein "leistungsfähiger Partner" bist.
Du zahlst nichts an seine Frau. Er zahlt an sie und du unterstützt ihn. Es wird keiner auf dich zukommen und sagen, dass du seiner Frau Geld geben sollst.

Wenn seine Frau mit jemanden zusammenzieht, dann wird diese gemeinschaftliche Haushaltsführung ihr nicht sofort abgezogen. Die Frau darf durchaus mit jemanden zusammenleben ohne das dein Freund weniger zahlen muss. Diesen Anspruch kann man ihr gegenüber meist erst nach 2-3 Jahren geltend machen.

Heiratet sie hingegen neu und ihr neuer Mann verdient ausreichend Geld, kann dein Freund eine neue Überprüfung des Ehegattenunterhalts verlangen.

Wegen der Miete machen es mein Freund und ich so, dass er mir jeden Monat Geld überweist. Falls es also mal dazu kommen sollte, dass es heißt, er würde keine Miete zahlen oder er hätte ein riesen Ersparnis durch mich, haben wir einen Nachweis, dass dem nicht so ist. In Eurem Fall würde ich es genauso machen. Kannst es ihm ja hintenrum wiedergeben....


Viele Zweitfrauen dachten am Anfang, das es nicht so schwer sein kann mit einem verheirateten Mann. Man unterstützt ihn ja gerne und hilft wo es nur geht. Zweitfrauen die sich zu stark damit belasten, was Ehefrau alles abzieht, geraten schnell in ein dunkles Loch. Manche werden Depressiv, andere sind total erschöpft. Also pass auf dich auf, dass du nicht zu viel versuchst zu regeln. Du merkst nicht sofort, dass dein Körper diesem Stress nicht standhalten kann.

Ich dachte am Anfang auch, dass er zu mir zieht, wir sind ein Jahr zusammen, dann ist er geschieden und wir können loslegen mit der Planung unseres Lebens. Pustekuchen! Scheidung konnte nicht mal eingereicht werden, das Scheidungsverfahren an sich läuft sicher auch noch locker ein Jahr. Seifenblase somit zerplatzt.

Ich hoffe das war jetzt etwas verständlicher ;)

Admina - 9/6/2010 um 10:33

Hallo Ofelia,

Zitat:
Für meinen Partner Unterhaltspflichtig zu sein, damit hab ich kein Problem. Das hätte ich nur damit, wenn ich indirekt auch für seine Ex zahlen müsste.


Das ist Ansichtssache. Angenommen, Dein Mann würde nach der Geburt Eures Kindes zu hause bleiben, Du würdest arbeiten und müsstest ihm für die Haushaltsführung und Kinderbetreuung ein Taschengeld bezahlen, von dem er wiederum Unterhalt leisten müsste - dann könnte man es so sehen, dass Du indirekt für seine Ex zahlst. Man könnte es aber so sehen, dass ihm für seine Tätigkeit im Haushalt ein Teil des Familieneinkommens zusteht und der daraus seinen Verpflichtungen nachgeht ;)

Wenn man es so sehen will, dann bezahlt man als Next oft irgendwie indirekt für seine Kinder und/oder seine Ex mit. Damit muss man sich abfinden - oder es lassen.

Heiratet die Ex wieder, dann fällt der EU automatisch weg ohne dass es einer Überprüfung bedarf, da der neue Gatte dann zuständig für den Unterhalt ist :)

Was die Unterhaltslast angeht: manche Männer haben auch ohne Erstfamilie einen Schuldenberg, den sie abstottern müssen und wodurch ihr Einkommen geschmälert wird.

Sonnenschein - 9/6/2010 um 11:53


Zitat:
Heiratet die Ex wieder, dann fällt der EU automatisch weg ohne dass es einer Überprüfung bedarf, da der neue Gatte dann zuständig für den Unterhalt ist


stimmt... Chefin hat recht ;)

Ofelia - 18/6/2010 um 13:15

Hallo,

Heute gab es mal eine schöne Nachricht: Der Hauskredit spielt keine Rolle mehr, mein Freund kann sich scheiden lassen.
Hoffentlich ist seine Frau auch daran interessiert (ihr Freund scheint jedenfalls einen auf Ersatzpapa zu machen, was die Tochter so erzählt).

Getrennt sind sie ja nun schon ein Jahr.

Meine Scheidung ist schon zu lange her, als dass meine Erfahrungen noch aktuell wären: wisst ihr wie lange die Scheidung voraussichtilich dauert und wie sowas am schnellsten/unkompliziertesten geht?
Noch sind die beiden ja gut befreundet (hoffe das hält auch trotz Scheidungsgesprächen an).

Grüsse
Andrea

Admina - 18/6/2010 um 14:24

Hallo,

am schnellsten geht, wenn man sich einig ist.
Wie lange genau eine Scheidung dauert, kann man pauschal nicht sagen, da die Familiengerichte unterschiedlich ausgelastet sind.

Wenn ein Versorgungsausgleich stattfinden muss, dann hängt es auch davon ab, ob die Konten geklärt sind und wie lange die Rentenversicherung braucht um die Berechnungen vorzunehmen.

Meine einvernehmliche Scheidung hat ca. 18 Monate gedauert, weil die Rentenversicherung laaaangsaaaam war und mein Ex irgendwelche Kindererziehungszeiten aus seiner vorausgegangenen Ehe anrechnen lassen wollte, die ihm gar nicht zustanden :puzz:

Rene - 18/6/2010 um 16:02

Hallo Andrea,

bei meinem Freund hat es genau 26 Monate gedauert von der räumlichen Trennung bis zu den Scheidungspapieren. Von Antragsstellung bis Scheidung 13 Monate.

Jetzt habe ich aber von einer Arbeitskollegin gehört, daß sie sich innerhalb weniger Wochen hat scheiden lassen. Sie hat mit ihrem Ex 1 Anwalt gehabt, waren sich einig (keine Kinder, kein Haus) und haben beide angegeben, daß sie unüberwindbare Differenzen haben und sie bereits seit einem Jahr getrennt sind und schwupp, waren sie geschieden...wußte gar nicht, daß es auch so gehen kann. Das Gericht wollte auch keinen Nachweis, daß sie wirklich getrennt gelebt haben...

Rate Deinem Freund, mit seiner Ex jetzt (so lange sie noch so gut befreundet sind) alles was möglich ist, zu regeln und auf jeden Fall schriftlich festzuhalten!

Was ist daran so verkehrt, daß ihr neuer Freund auf "Ersatzpapa" macht?
Klar verletzt das den Vater aber lieber so, wie andersrum.
Das Kind wird immer nur einen Vater und eine Mutter haben aber trotzdem finde ich es doch absolut wünschenswert, wenn der neue Partner sich mit den Kindern gut versteht!

Alles Gute!
Rene

Admina - 19/6/2010 um 11:50

Hallo,

es ist nicht möglich, dass sich in einem Prozess zwei Parteien einen Anwalt teilen ;)
Beim Scheidungsverfahren ist es so, dass nur für den/die AntragstellerIN Anwaltspflicht besteht. Dem/der AntragsgegnerIN bleibt es (im Regelfall) freigestellt, ob er/sie sich einen Anwalt nimmt oder nicht.

Bei meiner Scheidung hat der Richter allerdings angeordnet, dass mein Ex als Antragsgegner einen eigenen Anwalt hat, da er ansonsten dem Vermögensausgleich nicht zustimmen würde.
Er hatte wohl Angst, dass mein "armer" Ex übervorteilt wird, wenn ich alle Haus-Schulden übernehme, keinen KU geschweige denn EU bekomme und dafür wenigstens seinen Hausanteil gegen Bezahlung eines 5-stelligen Betrages überschrieben haben möchte :puzz:

Klar kann man beim Trennungsjahr mogeln und wie sollte auch ein Beweis vor Gericht aussehen? ;)
Wie ich schon geschrieben habe, dauert aber meistens der Versorgungsausgleich einige Monate. Wenn Kinder da sind, müssen verschiedene Termine beim Jugendamt absolviert werden, das auch nicht immer unbedingt sofort Zeit hat. Dazu die Vorlaufzeit beim Gericht. Abgesehen von Härtefallscheidungen braucht so ein Verfahren im Regelfall schon etwas Zeit.

Am schnellsten geht es, wenn man einen Ehevertrag hat, der alles regelt und den Versorgungsausgleich ausschliesst.

Schriftliche Regelungen haben bei der Scheidung nur dann wirklichen Bestand, wen sie notariell bekundet sind. Es gibt daher die Möglichkeit der Scheidungsfolgenvereinbarung. Das ist quasi so was wie ein "Ehevertrag danach" und man kann darin die Dinge klären wie Unterhalt, Zugewinn, Hausrat usw. Dies ersetzt dann den protokollierten schriftlichen Vergleich. Letzterer ist allerdings kostenlos, während der Notar Geld kostet ;)

Ofelia - 25/6/2010 um 23:23

Hallo,

Sorry, wollte mich nicht so lange nicht melden...

Läuft halt immer alles anders als gedacht: Nun hat seine Frau die Scheidung eingereicht. Sie will natürlich den Unterhalt für das Kind (soweit ok) meint aber, dass sie die Schulden nichts angehen.
Mein Freund ist leider so naiv gewesen die Schulden des gemeinsamen Kontos auf einen Kreditvertrag umzulegen und da hatte wohl nur er unterschrieben (wie dämlich). Die Bestellungen für die Schulden gingen wohl alle über online Banking und da hat sie wohl auch auf seinen Namen bestellt (schön wenn man ein gemeinsames Konto hat und so keine Unterschrift leisten muss bei online banking).
Ihr Anwalt meint man müsse dann halt neu Berechnen wenn das gemeinsame *hüstel* haus verkauft ist. Dabei bleiben dann auch noch 20 000 Euro Schulden.

Nun kann er mal schön zum Anwalt dackeln. Wie er aber die 356Euro Unterhalt plus 600Euro Schulden plus 130 Unterhalt anderes Kind plus 400 Euro Miete von seinen 1500Euro netto zahlen will, das darf er sich jetzt langsam mal überlegen.

Immerhin hat er heute mal kapiert, dass er manchmal ein Depp ist. ;)

Grüsse
Andrea

Admina - 26/6/2010 um 09:50

Hallo Ofelia,

es ist egal, dass Dein Freund den Kreditvertrag allein unterschrieben hat - es sind dennoch eheliche Schulden. Einzige Ausnahme wäre, wenn er das Geld nachweisbar für sich allein ohne Wissen seiner Ex verschleudert hätte (Spielcasino, Bordell .....).

Die Schulden müssen also aufgeteilt werden und gehen damit die Ex sehr wohl etwas an ;)
Seither war es im Regelfall so, dass der Unterhaltspflichtige die Schulden allein abbezahlte und diese aber bei der Unterhaltsberechnung vom Einkommen abgezogen wurde. Der Unterhalt wurde also geschmälert oder er fiel ganz weg - je nachdem wie hoch das Einkommen ist.

Jetzt gibt es noch die Möglichkeit der Verbraucherinsolvenz, wobei dann den Gläubigern nur der geringere pfändbare Teil des Einkommens zur Verfügung steht, während der Löwenanteil den Kindern bleibt. In diesem Fall kann also KU bezahlt und die Schulden innerhalb von 6 Jahren abgetragen werden.

Das wird schon ;)

Ofelia - 7/7/2010 um 17:32

Hallo Admina,

Leider leider hast Du nicht recht in meinem Fall, denn mein Freund war so dumm dass er alles auf und von seinem Konto gemacht hat und sie Gütertrennung vereinbart hatten.
Es sind also jetzt plötzlich alles seine Schulden. :mad:
Nun hab ich nen Mann mit 1500Euro netto, der 500 Euro Schulden tilgen darf, 356Euro Unterhalt Kind 1 und ab September ca 130Euro Kind 2 zahlen darf (noch über 300).

Der Anwalt meinte zwar er würde keinen erniedrigten SElbstbehalt wegen mir haben (da bin ich mir nicht sooo sicher ob das auch 100%ig so ist), aber er könnte evtl noch ein höheres Fiktives Einkommen haben, da er bis Januar einen Nebenverdienst hatte (den er nicht mehr hat, weil er jetzt für die Auftraggeberseite arbeitet vollzeit...davor hat er sich halb totgearbeitet für die Schulden und alles) und seine Schulden würden wahrscheinlich nicht angerechnet.

Er muss sich jetzt ausrechnen ob er unter diesen Bedingungen nicht Privatinsolvenz macht.
Seine Frau scheint sich gerade auf die Arbeitslosigkeit vorzubereiten.....rechtzeitig zur Scheidung.

Eigentlich fände ich es normal, dass mein berufstätiger (!) Partner zumindest Anteile der Nebenkosten sowie Lebensmittel ect mit trägt....von 500 Euro geht da wohl nicht mehr viel und der Unterschied der verfügbaren finanziellen Mittel wird die Beziehung sicher auch belasten (habe ca das 4fache zur verfügung, bin aber noch am Hausbau).

Zudem fühlt sich das Kind bei dem Freund der Mutter nicht mehr sehr wohl....es kann also sein, dass sie zu uns möchte. Dann wird es noch ein Esser mehr sein. Unterhalt werden wir von der Mutter sicher nicht sehen.

Ich bin mir gerade gar nicht mehr so sicher ob ich das alles so noch haben möchte. Habe mein Leben lang immer gearbeitet was geht, keine Schulden gemacht und es doch nie einfach gehabt, auch weil ich immer die Männer finanziell unterstützen musste.
Nun hab ich einen sicheren Job, mein Häuschen, kann auch mal aufatmen...und nun wieder diese Belastungen?

Es heisst für mich ja: Besser nicht heiraten. Kinder nur wenn ich alleine alles stemmen kann bei voller Berufstätigkeit. Reduzierung der Arbeitszeit auf Halbtags nicht realisierbar, weder für mich noch für meinen Partner.
Ganz so krass hatte ich es mir nciht vorgestellt.....

Man verzeihe mir das jammern....mir ist grad so nach "ungerechtgkeitenherausbrüllen".

Grüsse
Andrea

Admina - 7/7/2010 um 18:42

Hallo Ofelia,

Zitat:
Leider leider hast Du nicht recht in meinem Fall, denn mein Freund war so dumm dass er alles auf und von seinem Konto gemacht hat und sie Gütertrennung vereinbart hatten.
Es sind also jetzt plötzlich alles seine Schulden.


Das sehe ich immer noch nicht so: die Gütertrennung besagt lediglich, dass es bei einer Scheidung zu keiner gegenseitigen Auszahlung kommt. Mit den ehelichen Schulden hat das nichts zu tun. Bei ehelichen Schulden spielt es auch keine Rolle, von welchem Konto diese gemacht wurden. Ausschlaggebend ist einzig, ob das geschuldete Geld zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfes verwendet wurde. (Schlüsselgewalt). Darunter fallen alle täglichen Geschäfte wie Miete, Energiekosten, Telefon, Medikamente, Arztbehandlungen usw.

Da seine Ex sich wohl aber so oder so nicht an den Schulden beteiligen kann, wäre die Privatinsolvenz sicher keine schlechte Idee. Bei einem Einkommen von 1500 € netto und 2 unterhaltsberechtigten Kindern muss er fast nichts abbezahlen und verfügt über seinen Selbstbehalt.

Die Entscheidung, ob Du so einen armen Schlucker an Deiner Seite haben willst oder nicht, kann Dir niemand abnehmen. ;)

Ofelia - 8/7/2010 um 13:33

Hallo,

Haben das mehrfach beim Anwalt gefragt: Seine Schulden sind bei Gütertrennung einfach nur seine und gut ist. Genutzt wurde das Geld wohl eher für Konsum (Klamotten, Neckermann und Co).

Mir gefällt nicht, dass Du so tust als ginge es nur darum ob er Geld hat.

Ich finde es ist ein grosser Unterschied ob jemand kein Geld hat, oder ob jemand sich abschuftet und trotzdem kein Geld hat.

Durch seine Arbeit (zeitlich aufwändiger als meine) hat er kaum Zeit mir z.B. im Haushalt zu helfen sondern ich darf ihn auch für seine Arbeit noch unterstützen wo es geht.
Zeit für Kinder wird er auch nicht haben...und ich auch kaum, da ich ja hauptsächlich die Kohle fürs Leben ranschaffen muss.
Alles einfach Punkte die sehr belasten. Nicht jeder Mann kommt damit klar dass die Frau mehr verdient und es gibt nur sehr wenige die es wirklich gut wegstecken von der Frau finanziell z.T. abhängig zu sein und sie um Dinge bitten zu müssen.
Ich hoffe nur er schafft das.

Mit einem Mann der einfach nur kein Geld hat hab ich kein Problem.

Was mich ärgert ist, dass ich indirekt seine konsumgeile Ex-frau mitfinanziere (indem ich helfe ihre Schulden zu tilgen). Von da her fände ich die Privatinsolvenz gar nicht so schlecht.
Ich hab ihm gesagt er soll mal zur Schuldnerberatung und das ordentlich durchrechnen, auch bezogen darauf was passiert wenn die tochter wirklich zu uns will und kein Unterhalt bei uns ankommt.

Gruss
Andrea

Admina - 8/7/2010 um 14:12

Hallo,

Anwälte sind auch nicht allwissend und ich persönlich würde mich nun nicht damit abspeisen lassen, dass Schulden, die gemeinsam verbraucht wurden nur mir allein zugeordnet werden. Genau die Dinge, die Du geschrieben hast, fallen unter die Schlüsselgewalt für die beide Ehepartner haften. Aber das muss jeder selbst wissen.

Zitat:
Mir gefällt nicht, dass Du so tust als ginge es nur darum ob er Geld hat.


Das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Du hast doch mit dem Thema angefangen, dass Du am Zweifeln bist, ob Du wieder mit einem Partner zusammen sein möchtest, der nur über den Bruchteil Deines Einkommens verfügst und den Du sponsern musst.

Ich finde es auch legitim, wenn man sich in wirtschaftlicher Hinsicht Gedanken macht und ganz ehrlich, ich würde auch keinen Mann aushalten, damit er seine Schulden abbezahlen kann. Es ist vom Gesetz ja auch nicht vorgesehen, dass jemand so viel abbezahlen muss, dass ihm am Ende nichts mehr zum Leben bleibt.

Zitat:
Ich finde es ist ein grosser Unterschied ob jemand kein Geld hat, oder ob jemand sich abschuftet und trotzdem kein Geld hat.


Naja, das geht den meisten Leuten so, die Schulden und/oder Kinder haben.

Zitat:
Was mich ärgert ist, dass ich indirekt seine konsumgeile Ex-frau mitfinanziere (indem ich helfe ihre Schulden zu tilgen). Von da her fände ich die Privatinsolvenz gar nicht so schlecht.


Andrea, niemand zwingt Dich dazu und wie ich oben geschrieben habe, würde ich das auch nicht machen. Mein Mann müsste da einen Weg finden, seine Altlasten zu bereinigen, ohne mir dabei auf der Tasche zu liegen. Solange Du ihn aber sowohl finanziell als auch emotional unterstützt, wird er vielleicht auch gar nichts ändern wollen und ruht sich darauf aus, dass nichts zu machen sei? Er wäre jedenfalls nicht der erste, der das macht ;)

Wenn man einen Partner hat, der bereits Kinder hat, kann man nie eine solche Beziehung führen, als wenn beide ledig und kinderlos sind. Das ist bei uns auch nicht anders, nur dass ich da diejenige mit Kindern bin. Man muss das als kinderloser Partner bis zu einem gewissen Grad auch einfach akzeptieren, dass vieles anders läuft und unterm Strich nicht so viel Geld als bei Kinderlosen übrig bleibt.

Das alles muss aber nicht dazu führen, dass der eine den anderen aushalten muss.

Auch sollte man nicht krampfhaft alle Schuld auf die böse Ex schieben. Dein Freund hat ja auch zum Schuldenberg beigetragen und seine Ex schalten und walten lassen ohne sich um seine Finanzen zu kümmern. Statt Schuldzuweisungen sollte er sich darum kümmern, dass er trotz Schuldenabtrag und Kindesunterhalt noch Geld zum Leben hat. Das dürften so um die 900 EUR sein, die ihm verbleiben müssen. Das ist nicht die Welt - aber immerhin mehr als 500 EUR.

Falls die Tochter zu Euch zieht und kein Unterhalt für sie bezahlt wird, gibt es die Möglichkeit des Unterhaltsvorschusses, sofern das Kind noch keine 12 Jahre alt ist.

Andernfalls steigt sein Selbstbehalt um die Summe des Regelunterhaltes für das Kind, womit er bei einer Privatinsolvenz also nichts oder nur noch sehr wenig abtragen müsste.

Es ist also gar nicht so schlimm, wie es ausschaut :)

Ofelia - 9/7/2010 um 09:43

Hallo,

Das mit den Schulden ist bei Gütertrennung wohl so eine Sache.
Aufgeführt hat es der Anwalt wohl, aber hoffnung macht er diesbezüglich keine...auch auf direktes fragen und bohren hin. Da ist er wohl sehr sicher.

Damit kein falsches Bild entsteht: Mein Freund ist nicht der Typ dem es leicht fallen würde mir auf der Tasche zu liegen.
Er schiebt auch nix auf die Ex-Frau. Im gegenteil er sagt immer er war ja schliesslich auch dabei. Nur weiss ich halt doch WAS gekauft wurde und ich wohn mit ihm ja nun fast ein Jahr zusammen und weiss wie wenig er selbst braucht.....
Und wenn man bedenkt dass die Streitereien um das Geld und wie sie es ausgab ein Haupttrennungsgrund waren, dann kann man auch verstehen wie sauer das aufstösst dass er das nun alleine zahlen soll.
Immerhin weiss er nur wohin ihn seine Konfliktscheue gebracht hat (lieber arbeiten bis zum umfallen und zahlen als streiten).

Das Kind ist 13.

Bei Privatinsolvenz geht ein Haus in den Zwang. Das dürfte dann auch mal die Exfrau interessieren, denn sie will ja doch auch die Hälfte haben wenn es verkauft wird....das wäre dann: NIX. Allerdings ist das Haus vermietet -trägt sich momentan selbst- mit notarieller Kaufgarantie dieses Jahr (wenn der Mieter das Geld mal bekommt von der Bank)...

Alles sehr kompliziert und verzwickt.


Und mal ehrlich, wenn das Kind da ist und man zu dritt ein Wochenende hat, das Kind fragt ob wir Moped fahren oder einen Ausflug machen, da sagst Du ja auch nicht dauernd "Tut mir leid, Papa hat kein Geld das machen wir nicht". Raushalten ist da nicht wirklich drin. Ich kann das jedenfalls nicht.

Allerdings bestehe ich darauf dass das Mädel aufgeklärt ist was die Lage anbelangt. Darf sie ruhig wissen warum bei uns das Geld plötzlich knapp ist. Das geht auch ohne Mutti anzuschwärzen, denken darf sie sich den Rest dann selbst, kennt die Finanzdiskussionen der Eltern ja noch.

Gruss
Andrea

Admina - 9/7/2010 um 10:47

Hallo,

Gütertrennung betrifft nicht die ehelichen Schulden, sondern lediglich das Vermögen, das während der Ehe angehäuft wurde. Im gesetzlichen Güterstand wird das Vermögen ausgeglichen, bei der Gütertrennung nicht. Bei den Schulden verhält es sich immer gleich: jeder haftet für seine eigenen Schulden, außer diese, die unter die sog. Schlüsselgewalt fallen. Das müsste ein Anwalt eigentlich schon wissen.

Die andere Seite ist natürlich, ob man vom Ex-Partner die Schulden eintreiben kann. Stichwort: einem nackten Mann in die Tasche greifen.

Die Gläubiger werden sich nur an ihn halten, da er alleiniger Kreditnehmer ist. Aber das würden sie auch machen, wenn beide unterschrieben haben und Ex zahlungsunfähig ist. Ich darf hier auch einige Sachen von meinem Ex abbezahlen, der seit Jahren auf Hartz IV macht und man mir so nett mit Pfändung ins Haus drohen kann ;)

In manchen Sachen war ich auch blöd und blauäugig, das ist manchmal im Leben so. Es bringt aber nicht wirklich etwas, wenn man sich ständig darüber aufregt, anstatt zu akzeptieren, wie es nun mal war und nach vorne zu schauen. Und natürlich sollte man aus seinen Fehlern lernen ;)

Mein Mann ist auch so ein gutmütiges Schaf und blutet heute noch für Schulden, die ihm "Freunde" hinterlassen haben.

Man kann Kindern durchaus erklären, dass es mit den Finanzen nicht so rosig aussieht und dass gewisse Dinge nicht gehen. Das ist bei ganz vielen Familien so. Und wenn Du dem Kind ein Eis oder einen Ausflug spendierst, dann solltest Du das gerne für das Kind machen - oder es lassen. Das ist nicht böse gemeint, aber wenn diese Ausgaben Dich unzufrieden machen und zum Hass auf deren Mutter führt, dann solltest Du es nicht tun.

Auch halte ich nichts davon, das Kind ausführlich in Eure Finanzsituation zu involvieren. Das ist eine Sache, die das Kind im Detail nichts angeht und für das es auch viel zu jung ist. Schlimm genug, dass sie vorher bei ihren Eltern den Streit ums Geld dauernd mitbekommen habt, wollt Ihr da jetzt weitermachen? Und letztendlich läuft es doch darauf hinaus, dass seine Mutter die Schuld daran trägt, was das Kind in eine völlig blöde Situation bringt. Was soll das auch bringen? In einer intakten Eltern-Kind-Beziehung liebt ein Kind seinen Vater auch wenn der Geldbeutel nicht ganz so locker sitzt.

Haltet bitte das Kind raus aus den Streitereien und macht es unter Euch Erwachsenen aus.


LG
Susa

Ofelia - 9/7/2010 um 13:49

Hi,

Ich weiss nicht warum das bei Dir immer alles so negativ rüberkommt...

Von Streitigkeiten ist hier noch lange nicht die rede, ich hab mich nur hier über die Ungerechtigkeit aufgeregt. Schon gar nicht davon das Kind da in irgendwas mit rein zu nehmen.

Aber ich finde sie ist gross genug und man kann ihr durchaus erklären warum es eben keinen Kurzurlaub in die Tschechei mehr gibt (danach hat sie gefragt, wir waren da neulich) und auch sonst sich einiges ändern muss.


Warum sollten wir sie einem eventuellen glauben aussetzen dass WIR das jetzt einfach nicht mehr machen oder machen wollen?

Wär ja noch schöner, wenn der neue Freund der Mutter mit ihr tolle Sachen macht und der Papa so ein Geizkragen geworden ist....soll sie schon wissen dass wir kaum noch Geld haben für Ausflüge weil Papa Schulden und Unterhalt zahlen muss und das deutlich mehr ist als bisher. Was ist daran schlimm?
So wie ich sie einschätze weiss sie dann das was wir mit ihr unternehmen auch eher zu schätzen, auch wenn es keine teuren Unternehmungen sind (z.B. Wandern, Lagerfeuer, Freibad).

Grüsse
Andrea

Admina - 9/7/2010 um 15:30

Hallo,

bei mir kommt gar nichts negativ rüber, ich habe eher im Gegenteil Verständnis für Deine Situation und Deine Gefühle.

Aber erkläre mir doch mal, über welche "Ungerechtigkeit" Du Dich genau ärgerst? Ich sehe da keine Ungerechtigkeit: Dein Mann bezahlt Unterhalt für seine Kinder und Schulden an deren Entstehung er beteiligt war. Was ist daran ungerecht? :o

Ich finde, solche Gedanken von wegen "ungerecht" ziehen einen nur runter und machen einem das Leben schwer. Warum nicht die Sachlage als solche akzeptieren, abhaken und erledigen? Was bringt es, darüber zu lamentieren, wie böse und gemein die Welt resp. Ex doch ist? Es bringt nichts, außer dass solche Gedanken demotivierend wirken und Zorn entfachen.

Ich habe es ja geschrieben, dass man Kinder durchaus erklären kann, dass das Geld nicht für alle Wünsche reicht. Aber ich persönlich finde es unangemessen, einer 13-jährigen als Grund den Unterhalt für sie selbst sowie die Schulden, die ihre Mutter verursacht, als Begründung zu nennen. Das impliziert dem Kind, dass es auf verschiedene Dinge wegen seiner Mutter verzichten muss und so was macht man in meinen Augen einfach nicht, weil es das Kind in einen Zwiespalt bringt - und das ist in der Tat schlimm. Es würde doch reichen dem Kind zu sagen, dass der Kurzurlaub nicht finanzierbar ist, da das Geld für elementare Dinge des Lebens wie Essen und Trinken etc. gebraucht wird. Letztendlich stirbt ein Kind ja auch nicht, wenn es nicht nach Tschechien reisen kann ;)

Ich lese aus deinen Beiträgen schon von einer gewissen Aversion gegen die Mutter des Kindes und wohl auch gegen deren Freund, der tolle Sachen mit dem Kind macht. Wie gesagt, solche Gedanken belasten einfach nur und führen zu nichts.

Es ist wirklich nicht böse oder negativ gemeint - aber denk doch einfach mal drüber nach.


LG
Susa

Rene - 9/7/2010 um 16:12

Hallo,

ich kann Andrea schon ein Stück verstehen.

Es gibt eben einige Menschen, die keinen Gerechtigkeitssinn haben.
Seine Ex-Frau hat die Schulden (mit-)verursacht, also müsste sie auch mit tilgen.

Außerdem ist es leicht gesagt, daß Andrea´s LG an der Entstehung der Schulden ja beteiligt war.
Ausschließlich sie hat diese Sachen ja anscheinend bestellt/gekauft und nicht er...er hat "nur" den gravierenden Fehler gemacht, sie nicht rechtzeitig zu bremsen.

Es sind auch die Schulden der Ex-Frau und sie zahlt keinen Cent.
Ich finde das auch schon ziemlich ungerecht und frech!
Klar, zieht das runter und ist demotivierend, aber alles einfach immer so hinnehmen und sagen, "das ist halt so", funktioniert in meinen Augen nicht.

Und wie kann man etwas abhaken und als erledigt ansehen, wenn die (finanziellen) Folgen jahrelang spürbar und so gravierend sind?
Auch für die neue LG, die nun gar nichts dafür kann, außer, daß sie sich nunmal diesen Mann "ausgesucht" hat.

Mich würde es auch stören, daß mein LG, sein Kind und ich auf viele Sachen verzichten müssen, weil eine andere Person nicht gewillt ist, sich (auch) der Verantwortung zu stellen.

Kopf hoch Andrea!

Lieben Gruß,


[Editiert am 9/7/2010 um 16:13 von Rene]

Admina - 9/7/2010 um 20:06

Hallo Rene,

ich habe ja nirgendwo geschrieben, dass ich Andrea nicht verstehen würde, sondern das Gegenteil.

Auch habe ich mehrfach geschrieben, dass ich es eben nicht so sehe, dass nur er allein die Schulden abbezahlen muss, sondern sie ebenso, da es sich um eheliche Schulden handelt und Gütertrennung in dieser Hinsicht keine Rolle spielt.

Wenn es nun so ist, dass sie die Schulden nicht abbezahlen kann, da sie nicht über genügend Einkommen verfügt - was bleibt einem dann übrig, als die Sache abzuhaken und unter der Rubrik "Lehrgeld" zu verbuchen? Was bringt es, über Ungerechtigkeit zu klagen und sich aufzuregen?
Es funktioniert sehr wohl, wenn man sich mit den Dingen, die man nicht ändern kann, abfindet anstatt sich deshalb zu zermürben. Aber es bleibt jedem selbst überlassen, ständig mit seinem Schicksal zu hadern und negative Gedanken zu kultivieren. Ich hätte auch viele gute Gründe mich bis an mein Lebensende über Ungerechtigkeit und Menschen, die sich aus ihrer Verantwortung stehlen, zu beklagen. Aber was würde es bringen? Stattdessen genieße ich lieber mein Leben mit den gegebenen Einschränkungen und pfeife auf den ganzen Mist.

Aber jeder wie er mag ......

dumme nuss - 13/7/2010 um 09:28

Hallo,

ich kann dazu nur sagen,

DISTANZ

ist wichtig.

Es sind nicht Deine Probleme mit seiner Tochter, mit seiner Ex und auch seine Schulden sind nicht DEIN Problem.

So sehr Du ihn auch liebst, gib ihm die Zeit, sich mit seinen Sachen selbst auseinanderzusetzen. Ggf. soll er in eine eigene Wohnung ziehen.

Ich will ihn nicht verurteilen und auch Dich nicht, aber es hat den Anschein, als wäre er nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen. Früher hat ihm seine Ex diese Entscheidungen abgenommen und er hat sie machen lassen und heute sagt er zwar, er habe sie einfach machen lassen, aber warum hat sie einfach gemacht?
Und nun hängst Du Dich in eingentlich seine Angelegenheiten und hilfst ihm. Stehst ihm mit Rat und Tat zur Seite und machst Dir Gedanken.

Es ist für ihn immer noch zu bequem. Er muss noch immer nicht entscheiden
Ich würde mir grundsätzlich nur selbst ein Kind anschaffen, wenn ich es auch selbst stemmen könnte. Finanziell und emotional.

Pass auf Dich auf. Wenn seine Ex sieht, wie ernst es bei Euch ist und wie es läuft und Du ein Baby bekommst von ihm und sie ihn nicht mehr "unter Kontrolle" hat und ihn erpressen kann, dann könnte schon bald bei ihr das Knochensyndrom auftreten.

Ich spreche da aus Erfahrung.

Ich würde meinen Mann immer wieder nehmen, allerdings hätte ich auf Distanz bestehen sollen.

Häng Dich da nicht rein, daran gehst Du zugrunde.


lg
die dumme nuss

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