Tine67 - 27/5/2010 um 12:10
Hallo,
es wird nicht ganz einfach, mein Problem kurz zu fassen, aber ich gebe mir
Mühe.
Ich bin 43 Jahre alt, kinderlos, und habe vor 4 Jahren meinen
Lebensgefährten (50) kennen und lieben gelernt. Ich lernte ihn kennen mit
einem problematischen 22-jährigen Sohn aus erster Ehe, zu dem er nach
längerer Pause wieder Kontakt hatte und einer 3-jährigen Tochter aus 2.
Ehe, die in 330km Entfernung bei der Mutter lebt und zu der er keinen
Kontakt mehr hatte. Die Situation war für jemanden wie mich, der aus einer
intakten Familie stammt, mehr als traurig.
Ich habe dann nach 6 Monaten meinen LG darin bestärkt, den Kampf um ein
Umgangsrecht mit seiner Tochter gegen seine Ex aufzunehmen. Was ich damit
an Frust und Leid durch die Mühlen der deutschen Gerichtsbarkeit,
Jugendämter, Verfahrenspfleger etc. in Gang gesetzt habe, entbehrt jeder
Beschreibung.
Anfangs sind wir jede Woche für 2 Stunden Umgang 660km hin und 660km zurück
gefahren. Dann das ganze für 5 Stunden usw, usw. , bis die Kleine nun seit
ca. einem Jahr jeweils einmal monatlich von Freitag bis Sonntag zu uns nach
Hause kommt.
Bevor wir nun zum eigentlichen Problem kommen:
- ich weiß, daß ich die Erwachsene bin und vernünftig sein muß
- ich weiß, daß Kinder in solchen Scheidungskriegen instrumentalisiert
werden
- ich weiß, dass es Kinder gibt, die darunter ein Leben lang zu leiden
haben
- Kommunikation mit der Kindesmutter ist völlig unmöglich; da herrscht der
schlimmste Krieg
- ich mag Kinder, auch wenn ich selbst keine eigenen habe; meine Schwester
hat 8-jährige Zwillinge und deshalb bin ich mit Kindern nicht gerade
unerfahren
und trotzdem leide ich unter diesem nun 7-jährigen Kind und unsere
Beziehung droht daran zu zerbrechen.
Die Umgangswochenenden sind zwischenzeitlich für mich wirklich so, daß ich
bereits Tage vorher Magenschmerzen habe. Dieses Kind kommt freitags bei uns
an und ab dem Moment, wo sie die Wohnung betritt, kommandiert sie meinen LG
nur noch im Kasernenton rum, wenn mein LG sie um etwas bittet (Zähneputzen,
Fernseher ausmachen etc.) erntet er ein klares „Nein“ . Mein LG wird dann
für das komplette Wochenende wie ihr Leibeigener. Selbst wenn er mal auf´s
Klo geht, steht sie vor der Tür, und fordert, dass er sofort wieder mit ihr
spielen soll. Wenn er mir mal was helfen soll, darf er das nicht. Dann
bekomme ich nur von dem Kind gesagt, dass ich das alleine machen soll.
Jeder Versuch von uns, uns mit dem Kind sinnvoll zu beschäftigen,
funktioniert nicht, weil sie für nichts länger als 5 Minuten Interesse hat.
Das einzige, was sie dauernd will, ist fernsehen, Wii oder Nintendo DS
spielen. Wir waren auch schon im Zoo, Kinder-Theater, Parks etc., haben
alles Mögliche an Spielen, Mal- und Bastelsachen besorgt, aber das
interessiert sie alles nicht.
Dann haben wir mehrfach versucht, die Situation dadurch zu entspannen, dass
meine Schwester mit den Kindern am Wochenende dazu kommt. Auch das ist nun
zwischenzeitlich gescheitert, weil die Kinder meiner Schwester nicht mehr
mit ihr spielen wollen, weil sie die beiden nur rumkommandiert und lügt wie
gedruckt.
Dann muß ich auch noch dauernd einschreiten, weil mein LG kein bißchen
darauf achtet, dass die Kleine bei uns keinen Schaden nimmt. So sitzt sie
dauernd direkt vor unserem riesigen Fernseher, putzt keine Zähne, bekommt
kurz vor dem Essen die Naschereien, liegt um 23 Uhr noch im Bett und hört
CDs und, und, und. Manchmal habe ich das Gefühl, wenn ich die Mutter von
dem Kind wäre, hätte ich kein gutes Gefühl, diesem Vater mein Kind zu
überlassen.
Und wenn ich mit dem Kind mal alleine bin, feindet sie mich direkt an. Da
kommen dann so Sachen wie „ich würde so gerne mal mit Papa alleine
frühstücken, aber das geht ja wegen Dir nicht“.
So kommt im Moment einfach vieles zusammen. Das Kind ist durch die
diktatorische Art und die sozialen Defizite einfach schwer zu mögen. Mein
LG büßt bei mir an diesen Wochenenden jeglichen Respekt ein, weil er sich
von einem 7-jährigen Mädchen so behandeln läßt. Dann streiten wir uns, weil
er in meinen Augen seinen Vaterpflichten nicht nachkommt. Er wiederum hat
Angst, dass das Kind nicht mehr zu ihm will, weil ich auf ein gewisses
Benehmen und die Einhaltung von Grundregeln bestehe. Dabei merkt er gar
nicht, dass er auch bei dem Kind durch sein passives Verhalten nicht mehr
ist als ein Entertainer, von dem sie alles bekommt. Von dem Kind ist
keinerlei Wärme oder Herzlichkeit ihm gegenüber spürbar.
Fakt ist, dass wir uns alle in dieser Situation nicht wohlfühlen. Sonntags
sind wir alle beide froh, wenn endlich der Zeitpunkt gekommen ist, das Kind
nach Hause zu bringen. Ich habe auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass
mein LG in irgendeiner Weise diese Zeit mit seiner Tochter genießt.
Deshalb war es für mich ein echter Schock, dass mein LG plötzlich mit der
Idee auf mich zukommt, diese Besuchswochenenden zukünftig 14-tägig
stattfinden zu lassen. Ich verstehe die Welt nicht mehr und weiß wirklich
nicht, wie es dann noch weitergehen soll. Auf die Frage, warum er das
machen will, bekomme ich keine Antwort.
Ich habe jetzt erstmal für mich beschlossen, dass ich mich aus den
Wochenenden ausklinke und meiner Wege gehe und die beiden einfach machen
lasse, wie und was ihnen gefällt. Ich fühle mich bei dem Gedanken aber auch
wie eine Fremde in meinem eigenen Zuhause und ich bin darüber sehr
traurig.
Mein LG hat dafür gar kein Verständnis. Auf der einen Seite gibt er mir die
Schuld, dass die Wochenenden mit seiner Tochter so schlecht laufen, auf der
anderen Seite ist er auch böse mit mir, wenn ich mich aus dieser Situation
zurückziehe. Als andere Alternative will er nun eine Wohnung in der Nähe
des Kindes anmieten und dort jedes zweite Wochenende allein mit ihr
verbringen. Das sind natürlich auch traurige Aussichten für unsere
Beziehung.
Nur noch ein kurze Info für alle, die nun Stellung für das arme Kind
beziehen möchten. In dem Gerichtsverfahren wurde ein kinderpsychologisches
Gutachten erstellt. Das Kind leidet nicht unter der Trennung, hat ein
äußerst ausgeprägtes Selbstbewusstsein und es sollte daruf geachtet werden,
die bestehenden sozialen Defizite, speziell im Umgang mit anderen Kindern,
auszugleichen.
Sorry, das ist nun doch sehr lange geworden, aber ich danke schonmal vorab
für jeden geduldigen Leser und jede konstruktive Antwort.
Grüße, Tine
suchende - 27/5/2010 um 19:53
Hallo Tine67
Ich kann dich verstehen,aber auch die Kleine.
Dein LG lässt sich von ihr alles gefallen und das weiß sie sehr genau und
nutzt das, wie jedes andere Kind auch,geschickt aus.
Er sagt zwar NEIN,setzt dieses aber nicht durch.
Das ist jetzt der Moment,wo du dich einmischt und dafür sorgst das das
gesagte umgesetzt wird,oder?
Somit bist Du die die meckert.Das kommt nicht gut,kannste glauben.
So schwer wie es fällt,halt dich zurück.
Lass den Papa machen,beobachte und schmunzel dabei.
Es wird ihm früher oder später selbst so auf die Nerven gehen und er wird
sein NEIN umsetzen.
Und ab dann läuft es richtig.ER erzieht und DU unterstützt.
Du hast die Sache schon selbst richtig eingeschätzt.Er hat Angst ihr
Grenzen zu setzen,er will ja nicht der Böse sein.
Versuch es einfach mal auf diese Art.Vielleicht hats ja Erfolg.
Lass Dir nicht anmerken wenn du dich ärgerst.
Ich drück die Daumen.
Tine67 - 28/5/2010 um 09:55
Hallo, Suchende,
ich glaube, Du hast es auf den Punkt gebracht. Er überläßt es tatsächlich
mir, die Böse zu sein. Ich bin es, die nach 3 Stunden vor der Klotze sagt,
dass es nun mal genug ist. Ich bin es, die irgendwann dann mal nachts den
CD-Player ausmacht und sagt, dass jetzt endlich geschlafen wird. Ich bin
es, die sagt, dass sie die Toilette sauber machen soll usw. usw. So geht
das das ganze Wochenende  .
Und es ärgert mich auch, dass er auf der einen Seite so tut, als ob dieses
Zeit mit seiner Tochter ihm sooooo wichtig sei und auf der anderen Seite
setzt er sie am liebsten stundenlang vor die Klotze, damit er sich in Ruhe
vor den PC setzen kann. Und da fange ich dann auch an zu stacheln, ob denn
so für ihn ein Besuchskontakt aussieht, der zu einer besseren
Vater-Tochter-Beziehung führt.
Insgeheim kann ich ihn ja verstehen, denn dieses Kind ist wirklich extrem
anstrengend, weil sie ja alles nicht will und wenn sie mal was mitmacht
(malen, puzzeln oder so), dann ist ihr nach 5 Minuten wieder langweilig.
Aber ich sehe es ein, ich muss mich aus der Sache raushalten. Wenn er
meint, dass die Kleine stundenlang im Abstand von einem Meter vor der
Klotze sitzen kann, dann darf es nicht mein Problem sein. Und wenn außer
Süßigkeiten nichts in den Magen kommt, auch nicht. Da werde ich hart an mir
arbeiten müssen, damit ich darüber lächeln kann und nicht innerlich anfange
zu kochen.
Danke für die Hilfe!
Grüße, Tine
Thilia - 30/5/2010 um 19:00
Du ich kenne das auch nur zur Genüge.
Liegt meiner Meinung nach daran, dass sie nie wirklich die Zeit hatten
Vater zu sein, und damit nun überfordert sind, und einfach eben Angst
haben, dass das Kind nicht hier sein will. Und das wäre wohl das schlimmste
für einen Vater, wenn das Kind sagt dass es nicht beim Papa sein will...
Bei uns ist es auch oft so, dass mein Mann seine Tochter oft und lange vor
dem PC sitzen lääst, damit er auch an den Rechner kann. Ichhab auch oft
versucht was dagegen zu sagen, aber hat nicht oft geholfen. Irgendwann hab
ich dann resigniert, und sag nur mehr was, wenn ich merke, dass beide die
Zeit am PC übersehen
Mein Mann war auch immer so, dass die Kleine machen und lassen konnte was
sie wollte und auch fast alles bekommen hat.
Mittlerweile haben wir aber ein relativ gutes System "entwickelt". Wir
machen immer Abmachungen mit der Kleinen, dass sie gewisse Sachen machen
darf, und dafür muss sie eine Gegenleistung erbringen. zB darf sie ab und
an so lange aufbleiben wie sie möchte, dafür gibts dann aber weniger Zeit
am PC. Wir machens immer mit dem Trick, dass wir zu ihr sagen: "Du möchtest
doch behandelt werden wie eine Erwachsene oder? Dann musst du dich auch
dementsprechend verhalten und auch brav sein und auch dannach richten was
wir sagen. Verhälst du dich nicht so oder bist du schlimm usw, dann wirst
du auch deinem Verhalten gebührend behandelt, dann gibts Regeln..." Muss
sagen, bei uns klappt das einwandfrei. Die Kleine ist viel umgänglicher und
braver und es ist richtig harmonisch geworden. 
In eurem Fall einfach: Zickt das Kind rum, gibts kein Frnsehen. Da wird
Fernbedienung versteckt usw. Süssigkeiten gibts nur wenn zu Mittag oder zum
Abendbrot brav gegessen wurde, und dann nur als Form von Obst, oder nur
einer Kleinigkeit, usw. So bekommt das Kind zwar auch noch was es will,
lernt aber Grenzen kennen.
Klar, dass die Kids verwöhnt werden wenn sie beim Papa sind, da spricht
doch nicht dagegen, aber alles mit Maß und Ziel.
Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit, mit der dein Mann auch leben kann
und die er auch im Stande ist durchzuziehen.
Und wegen dem Frühstücken zB. Klar, die Kinder sollen auch mal zeit nur mit
ihrem Papa haben. Aber sie müssen auch akzeptieren, dass es da noch eine
Preson in Papas Leben gibt. DH es spricht ja nichts dagegen, wenn papa zB
mit dem Kind mal auswärts frühstücken fährt und du zu Hause bleibtst, und
ihr dann den restlichen Tag zusammen verbingt.
Ich wünsche dir alles gute und viel Kraft dass ihr das meistert!
Tine67 - 7/6/2010 um 17:54
So, ich habe mal wieder ein Besuchswochenende hinter mir und es ging sowas
von in die Hose, dass ich nur noch heulen könnte.
Ich hatte im Vorfeld versucht, meinem LG sachlich zu erklären, dass ich die
Position der bösen Stiefmutter nicht mehr haben möchte und dass ich mich
beim nächsten Besuchskontakt mal ausklinken werde.
Er hatte ja geäußert, dass er mal ein Wochenende mit seiner Tochter alleine
verbringen will, um mal zu sehen, ob er damit klar kommt und ob es ohne
mich besser funktioniert. Also habe ich ihm gesagt, dass ich ihn einfach
mal an diesem Wochenende alleine agieren lassen werde und mich im
Hintergrund halte, damit er auch dann im Juli, wenn ich tatsächlich nicht
da bin, klarkommt. So eine Art "Generalprobe",
Aber dann ging es schon nach seiner Ankunft am Freitag los. Nachdem er
gesehen hat, dass nicht wie sonst das Spielzeug im Wohnzimmer aufgebaut war
und Bett usw. vorbereitet war, ist er total sauer gewesen und plötzlich war
die Wohnung zu klein und alles total unpraktisch usw. Da sind mir dann auch
die Nerven durchgegangen und ich gekontert, dass die letzten 4 Jahre 96qm
für uns immer gereicht hätten 
. Und ab da haben wir uns nur noch angefeindet 
.
Den restlichen Freitag hat er das Kind bei Nintendo DS (natürlich hatte er
ihr wieder ein neues Spiel gekauft) und Fernseher abgesetzt und er hat sich
vor den PC gehockt. Am Samstag auch erstmal 3 Stunden Nintendo + Fernseher
und anschließend haben die beiden unseren Spielzeugladen aufgekauft.
Nachmittags waren die beiden dann im Schwimmbad. Ich habe mir auf die Zunge
gebissen, denn die Kleine war ziemlich erkältet und ich fand das mit dem
Schwimmbad keine gute Idee. Als er dann allerdings ohne Sonnenmilch
losmaschieren wollte, habe ich dann doch was gesagt, bevor wir am Montag
wegen einem total verbrannten Kind wieder das Jugendamt an der Backe haben.
Nach seiner Rückkehr hat er das Kind erstmal für eine Stunde bei meinen
Eltern abgegeben, um sich in Ruhe mit mir streiten zu können.
Am Sonntag haben dann beide gehustet wie verrückt und bis zur Abfahrt
mittags waren beide ausschließlich vor dem Fernseher.
Ich hatte einfach das Gefühl, dass er so alleine völlig überfordert mit dem
Kind ist und deshalb seine Wut an mir ausgelassen hat. Zwischendrin hat er
dann auch mal die Kleine angeschnauzt, weil er einfach total entnervt
war.
Ich habe ihn dann gefragt, was denn jetzt eigentlich so schlimm daran wäre,
dass er dieses Wochenende mal eigenverantwortlich gestaltet, denn
eigentlich war das ja sein Wunsch. Er meinte nur, das ginge nicht, denn
schließlich wäre ich ja da. Und das kam so richtig rüber wie "DU STÖRST".
das hat richtig weh getan  .
Auf jeden Fall bin ich nun total durch den Wind. Wenn ich mich einmische,
ist es falsch und wenn ich mich raushalte, ist es anscheinend noch falscher
und jetzt finden wir gar keinen Weg mehr, miteinander zu reden.
Und bei der Kleinen habe ich den Eindruck, dass sie sowieso nur wegen dem
Nintendo DS und der Wii zu uns kommt. Denn alles andere interessiert sie
gar nicht. Und wenn sie das nicht spielen darf und keine DVD schauen darf,
sagt sie alle 2 Minuten "hier ist es soooo langweilig". Das treibt meinen
Blutdruck in ungesunde Höhen.
Ich bin einfach nur noch ratlos!
Liebe Grüße,
Tine
Lilika - 7/6/2010 um 19:23
Hallo Tine,
leider kann ich Dir nichts sonderlich Ermutigendes sagen.
Ich habe mich viele Jahre mit einem ähnlich erziehungs-
unterfunktionierenden Mann auseinandergesetzt. Sinnlos.
"Loslassen" von Deinen Vorstellungen und Deinen Interventionen bringt nicht
viel. Endet so, wie Du es grade beschrieben hast - DU bist die Böse.
Liebst Du denn Deinen Mann noch? Willst Du es denn weiter aushalten, die
böse Stiefmutter zu bleiben?
Kannst Du Dir vorstellen, dass er mit Dir zu einer Beratung geht, um
Lösungen für SEIN Problem zu finden?
Nach all dem was ich erlebt habe kann ich nur sagen - die Einstellung
Deines Mannes DIR gegenüber ist nicht in Ordnung - und da musst Du
ansetzen, nicht bei dem Kind.
Dazu kannst Du, finde ich, ruhig auch mal äußern, dass Dir das Lieben
schwerfällt, wenn er sich so defizitär verhält. Und sag ihm, was ihn in
Deinen Augen "from Zero to Hero" bringt.
Eine gute Lösung wünscht Dir Lilika
Tine67 - 7/6/2010 um 19:48
Erstmal mein Dank an Euch alle, die sich zu dem Thema geäußert haben. Es
tut schonmal gut, wenn man merkt, dass man mit diesen Problemen nicht
allein ist.
@Lilika
Als wir gemerkt haben, dass das mit den Besuchskontakten für uns beide
immer belastender wird, haben wir uns für eine Paartherapie entschieden.
Dort waren wir nun zu 5 Sitzungen. Allerdings haben ich das Gefühl, dass
das alles noch schlimmer gemacht hat. Die Sitzungen verliefen bis dato
wenig konstruktiv, weil mein LG das, was wir dort an die Oberfläche
bringen, gar nicht hören will.
Und im Moment haben wir, glaube ich, beide das Problem, dass wir nicht mehr
wissen, ob wir eigentlich noch zusammen gehören. Mir fällt es auch total
schwer, mit ihm zu reden, weil er keine sachlichen Argumente zuläßt.
Gleichzeitig hat er auch vielleicht recht damit, dass es keinen Sinn macht,
mit mir darüber zu reden, weil ich selbst keine Kinder habe.
Andererseits denke ich, dass ich weitaus besser für den Umgang mit Kindern
geeignet bin als er, eben weil ich durch meine Schwester und die Nichten
sehr viel mitbekomme. Manchmal fühle ich mich regelrecht als "Bewacher" für
seine Tochter, damit er nicht zu viel Mist mit ihr baut. Und dann wieder
verstehe ich mich nicht, warum ich mit meinen Nichten so ein inniges
Verhältnis habe und mich seine Tochter regelrecht abstößt. Klar, sie ist
ganz anders wie die Kinder meiner Schwester, aber trotzdem ist und bleibt
sie ein Kind, dass eigentlich mein Herz ansprechen müßte. Aber selbst meine
Mutter, die normalerweise Kinder anzieht wie ein Magnet, findet keinen
Draht zu diesem Kind.
Das nächste Besuchswochenende bin ich nun definitiv allein auf Urlaub. Und
vielleicht ist das dann die Lösung, dass wir an diesen Wochenenden ganz
getrennte Wege gehen. Dann kann er seine Tochter ohne schlechtes Gewissen
das ganze Wochenende vor dem Nintendo sitzen lassen und ich kriege dann
alles, was nicht in Ordnung ist, nicht mit.
Liebe Grüße,
Tine
Lilika - 7/6/2010 um 20:13
 Ach, je, Tine -
ich kanns Dir sooo gut nachfühlen...
Nachdem ich aus dem Jammertal raus bin, kann ich rückblickend nur sagen -
ich bin nur froh, dass ich mit dem Mann kein Kind habe, das zu erziehen
wäre.
Ist schon mal gut, dass DU Dich nicht für die letzte Kinderhasserin
hältst.
Ich weiß sehr wohl, wie Du dastehst in diesem bösen Spiel zu dem Du
versuchst gute Miene zu machen und auch gute Absichten hast (die Dein
Lebensgefährte wahrnimmt???)
Ich habe ein Kind - und ich sage Dir, ich stand nicht besser da.
Obendrein hatte ich meiner Tochter zu erklären, warum "seine" Kinder sich
benehmen konnten wie  und sie nicht mit den Händen in die
Schüsseln greifen durfte. Manchmal war ich ungerecht, weil ich ihre
kindlichen Bedürfnisse / Schrägheiten nach all dem Zinnober den Familie
Mooozart veranstaltet hatte, nicht auch noch ertragen konnte.
Ich will Dir aber nicht sagen, dass Du es leichter hast. Ich stelle es mir
bitter vor, kein Kind zu haben und dann als die dazustehen, die gar nicht
mitreden kann.
Lass Dir das nicht einreden; es gibt "kinderlose" Frauen, die sind weitaus
mütterlicher als welche, die einen Pulk von Kindern in die Welt gesetzt
haben.
Auch ich torkelte immer zwischen Mitleid und Fürsorge und Wut auf seine
Kids hin und her...
Diese wenig effektiven Sitzungen der Paartherapie kenne ich auch ... meiner
ging so weit zu behaupten, der Therapeut wäre scharf auf mich, deswegen
würde er mich unterstützen....
Du kennst meine Geschichte mit einem gebrauchten, wehr- und grenzenlosen
Mann und seinen aufgehetzten Kindern nicht, sie war sehr bitter und endete
in einer Trennung.
Tine, ich kann Dir nur sagen, wenn DU anfängst Dich wie im völlig falschen
Film zu fühlen und der Frau, die DU sein willst, nicht mehr nahe bist, wird
es Zeit nachzudenken, ob Du dieses Leben noch willst, wenn Dein LG nicht
willens und/oder in der Lage ist, für Klarheit und Struktur zu sorgen.
Ich bin nach endlosen Demütigungen aufgewacht, als eine ältere Dame mir
sagte - holen Sie sich Ihre Würde zurück.
Es hat in meinem Fall sehr weh getan, aber die Trennung war das Beste was
mir passiert ist.
Heute, nach zwei Jahren (hey, ich hab nicht mal an den Jahrestag gedacht,
cool!!!) bin ich 50, sehr glücklich mit einem wundervollen Mann und all das
Theater ist Vergangenheit.
Manchmal nicht ganz, grad hab ich meinem Liebsten vorgeheult  dass ich den Kleinen meines ExLG, den ich
praktisch von Geburt an kannte, sehr vermisse.
Ich wünsch Dir natürlich, dass es bei Dir nicht in der Trennung endet,
sondern dass Dein Mann Dich in Deinen guten und liebevollen Absichten
(wieder)erkennt und er aufwacht.
Alles Gute, Lil
Rene - 8/6/2010 um 09:42
Hallo Tine,
ich bin auch der Meinung wie Lilika, daß ihr erst einmal Klarheit zwischen
Euch beiden schaffen müßt.
"Wollen wir diesen Weg überhaupt noch gemeinsam gehen und wenn ja, wie soll
dieser Weg aussehen".
Es wird sicherlich nicht einfach für ihn und auch die Kleine, aber er muß
deutlich die Richtung für sie angeben und die hat wenig mit Nintendo und
Computer zu tun.
Bei allem was ihr macht, müßt ihr der Kleinen deutlich zu verstehen geben,
daß ihr Euch einig seid.
Fakt ist auch, daß sich Dein Mann Gedanken machen sollte, welche Art
Beziehung er zu seiner Tochter haben möchte - Vater-Tochter oder
Sklave-Tochter.
Ich bin der Meinung, daß Kinder klare Linien brauchen und auch wenn es am
Anfang schwierig ist und viel Ausdauer verlangt, werden beide bzw. ihr alle
damit besser leben.
Wie will seine Tochter jemals Respekt vor ihrem Vater haben, wenn sie
merkt, daß sie ihn ständig rumkommandieren kann? Das wird irgendwann auch
langweilig für sie.
Wie oft habe ich in den ersten Monaten vom Kleinen gehört:"Du gehörst hier
nicht her, Du darfst hier nicht im Haus sitzen, sondern musst im Garten
essen, Du bist eine Schlam.., es wäre besser, wenn Du tot bist, dann wären
wir Dich los...und...und..."
Auf meine Fragen, warum er das sagt und denkt, konnte er nichts sagen.
Ich habe jedes Mal geheult, bis ich nicht mehr konnte und bei ihm habe ich
versucht, mir nichts anmerken zu lassen. Eine sehr schwierige Zeit!
Wenn er jetzt zu uns kommt, ist das Erste was er macht, mich im Haus suchen
und ist ganz enttäuscht, wenn ich mal nicht da bin!
Ich habe das Glück, daß mein Partner und ich uns einig sind, sowohl was
unsere Partnerschaft angeht, als auch den Weg mit seinen 2 Kindern.
Wir haben festgestellt, daß die Sache mit dem Computer bzw. Nintendo ein
allgemeines "Problem" ist. Auch haben wir beobachtet, daß viele Eltern ihre
Kinder regelrecht zur Unselbstständigkeit "erziehen", indem sie ihnen alles
abnehmen - Klospülung betätigen, anziehen, Zähne putzen, duschen, Schuhe
binden, Getränke einschenken, zur Schule bringen (obwohl sie nur 300m vom
Haus ist), Brote schmieren (für einen 14jährigen) - keine Pflichten im
Haushalt wie z.B. Müll raustragen, spülen, Tisch decken, staubsaugen
etc.
Die Ex-Frau meines Partners setzt den Kleinen (8) auch gerne vor den
Computer wenn sie mal ihre Ruhe will (ca. 1-2 Stunden am Tag), das scheint
heutzutage ganz "normal" zu sein.
Auch der Große (bald 14) sitzt oft stundenlang am PC.
Ich würde mir an Eurer Stelle überlegen, Nintendo und Wii abzuschaffen, wir
haben soetwas gar nicht im Haus.
Am Sonntag hatten wir 2 Freunde vom Kleinen da, es waren fast 30 Grad
draussen, da fragt der eine Freund - wollen wir nicht drinnen spielen.
Wir haben einen riesen Garten, Spielzeug, Fahrräder, Roller, Spritzpistolen
etc. Was soll man dazu noch sagen?
Komischerweise schauen weder der Kleine, noch der Große bei uns Fernseh
noch machen sie überhaupt anstalten, an den Computer zu gehen und das
Nintendo bringen sie erst gar nicht zu uns mit, da sie bei uns gar keine
Zeit dafür haben, obwohl sie sich auch bei uns mal alleine beschäftigen
müssen.
Der Kleine putzt sich alleine die Zähne, macht sich fürs Bett fertig, sucht
eine Geschichte zum Vorlesen raus und geht ohne zu Murren ins Bett.
Bei seiner Mutter hingegen, weigert er sich alleine die Zähne zu putzen
oder sich das Gesicht zu waschen und er kommt jeden Abend mindestens 4 Mal
raus und will nicht schlafen - entweder Durst, Toilette oder doch noch mal
kurz einen Blick auf den Fernseher.
Bei uns versucht er das erst gar nicht, weil er genau weiß, daß sein Vater
dies nicht durchgehen läßt. Diese strenge Linie ist manchmal auch für den
Vater hart aber er merkt, daß alle dadurch besser zusammen leben können und
auch Spaß haben.
Und obwohl sein Vater strenger mit ihm ist als seine Mutter und diese "2
Welten" sicherlich schwierig für den Kleinen sind, kommt er doch jedes Mal
wieder.
Gestern hat er gesagt, das war ein tolles Wochenende, schade, daß es schon
vorbei ist.
Also, rede mit Deinem Mann in Ruhe - wenn Du überhaupt noch Sinn in Eurer
Beziehung siehst und gib ihm zu verstehen, daß ihr das gemeinsam angehen
müßt!
Viel Glück!
Rene 
[Editiert am 8/6/2010 um 11:44 von Rene]
suchende - 9/6/2010 um 21:51
Hallo Tine,
Find es super das Du so tapfer durchgehalten hast.
Sein Verhalten Dir gegenüber spricht Bände.Ich denke,er war stink
wütend,NICHT WEIL DU DA WARST,sondern weil Du nicht mehr so funktioniert
hast wie gewohnt.
Er ist schon überfordert,Mann eben
Es ist zur Zeit schwer für Dich,aber ich glaube Du solltest trotz allem
durchhalten,auch wenn es ihn sehr aufregt.
Ich gehe davon aus,dass Du für eure Beziehung kämpfen willst,richtig?
Und ich bin mir fast sicher,dass du der glücklichste Mensch wärst,wenn das
Kind dich akzeptieren würde.
Berichtige mich,wenn ich mich da irren sollte.
Es liegt nicht am Kind,es liegt daran das dein Mann Vater sein will,aber zu
bequem ist dafür.
Sein PC ist ihm heilig,und die Kleine nimmt sich daran ein Beispiel.
Er sagt dir was Du tun sollst(Kind beschäftigen) und Du hast das bisher
auch gemacht.Und genauso machts die Kleine.
Solange man funktioniert hat man keinen Streit.
Kämpfe für Dich und deine Familie.Gib nicht vorschnell auf.
Die Kleine kämpft mit allen Mitteln um Zuneigung vom Papa.Sie hat Angst ihn
wieder zu verlieren,wie schon einmal.
Glaub mir,deshalb ist sie wie sie ist.
Sie hasst dich nicht,auch wenn du das manchmal denkst.Sie ringt um Liebe
und das setzen manche Kinder sehr extrem durch.
Willst du das nächste Besuchswochenende wirklich weg?Frag mal dein Herz,was
das sagt und versuche es für mich in Worte zu fassen und dann sehen wir
weiter!
Wo ein Wille,da ein Weg!
Und noch was.Er sagt zu Dir, du hast von Kindern keine Ahnung,weil Du keine
eigenen hast.
Er ist doch ein perfekter Vater mit eigenen Kind,der besser kein Kind haben
sollt.
Entschuldigung,meine Meinung! 
Sonnenschein - 10/6/2010 um 09:56
Solche Probleme kennt wahrscheinlich jeder der mit "Fremdkindern" zu tun
hat. Der eine weniger schlimm, der andere extrem.
Wichtig finde ich, dass man dem Kind von Anfang an zeigt, dass Papa eine
neue Freundin hat und das Papa zu dieser steht. Wenn es zwischen Papa und
der neuen natürlich kracht, dann setzen Kinder genau dort an. Das ist kein
Vorwurf an die Kinder, ich finde es sogar normal.
Es ist wichtig, dass du dir mit deinem Freund einig wirst wie die
Wochenenden ablaufen sollen, bevor du versuchst dem Kind etwas zu verbieten
oder es um etwas bittest. Es müssen zwischen Euch klare Verhältnisse
bestehen wie IHR gedenkt die Tage ablaufen zu lassen.
Das bedeutet, dass ihr euch jetzt erstmal hinsetzten solltet und solange
redet bis ihr euch einig seid. Dass kann Stunden dauern, aber lieber einmal
auf den uuups gesetzt als das es ewig so weiter geht.
Wenn du dich jetzt vom Acker machst, fühlt sich Papa sicher auch allein
gelassen, auch wenn er gesagt hat "geh doch". Bleib stark und versuch mit
ihm zu reden! Schließt Kompromisse und hört einander zu 
Admina - 10/6/2010 um 12:09
Hallo,
ich schildere mal meinen Eindruck
Mir erscheint es, dass Tine67 eine "Macherin" ist, die aktiv wird und an
der es liegt, dass der Vater überhaupt den Umgang wieder auf die Reihe
bekommt. Allein das finde ich immer wieder befremdlich, dass ein Mann eine
Partnerin braucht, damit er mit seinem Kind Kontakt hat (und Nein, eine
böse EX ist da für mich auch keine Entschuldigung).
Weiter habe ich den Eindruck, dass Tine ihren Partner für so was wie
unfähig hält, adäquat mit seinem Kind umzugehen und sie streitet sich
deswegen immer wieder mit ihm.
Ich frage mich, ob es sich denn wirklich lohnt, mit seinem Partner
andauernd im Stress zu liegen, weil er sein Kind nicht richtig erzieht?
Letzten Endes ist es doch seine Sache (und die der Mutter), wie lange er
sein Kind fernsehen oder am PC sitzen lässt. Lässt er sich von seinem Kind
herumkommandieren, dann ist das doch auch sein Problem - und nicht das von
Next.
Und muss man als Next es sich wirklich antun, im Hintergrund zu bleiben,
damit der Partner üben kann, mit seinem Kind umzugehen?
Warum sollte er sich "allein gelassen" fühlen, wenn er sich um SEIN Kind
kümmert und Next dazu keine Lust hat? Es is seine Aufgabe - nicht die von
Next
Next kann Bedingungen stellen, wie sich das Kind ihr gegenüber verhalten
soll - aber die Erziehung und der Umgang an sich, sind Sache der Eltern.
Ich würde mir da viel weniger Stress machen und meinem Partner verklickern,
dass sein Kind SEIN Job ist und nicht meiner. Ich finde es auch nicht
dermaßen frevelhaft, wenn Next sich mal am Wochenende verdrückt und nicht
krampfhaft auf Familie macht.
Ich denke mal, man kann von seinem Partner nicht erwarten, dass er sein
Kind 1:1 erzieht, wie Next das gerne möchte. Jeder hat andere Vorstellungen
und auch das Recht dazu, sein Kind so zu behandeln, wie er es für richtig
hält. Es kann auch ganz schön kränkend sein, wenn ein Partner einem
vermittelt, man wäre zu blöd dazu, sein Kind zu erziehen
Tine, versuch Dich doch einfach ein wenig herauszunehmen und Dir nicht
Verantwortung für etwas aufzuladen, was Du gar nicht musst. 
Sonnenschein - 10/6/2010 um 13:19
Also ich weiß nicht... Wenn sie sich mal verdrückt, ist das ja ok. Wenn er
sagt, er möchte mal Zeit allein mit seinem Kind verbringen, auch ok. Kann
man alles verstehen. Aber jetzt jedesmal abhauen wenn das Kind da ist -
nää.
Wenn ich das richtig verstanden habe, wohnen die beiden ja zusammen. Wenn
ich dann sehe, dass z.B. ein Kind, Süßigkeiten auf dem Sofa verteilt, oder
die Toilettenspülung nicht benutzt und so Diverses, dann darf ich doch
sagen wenn mich das stört? Sicher muss ER das dem Kind beibringen, aber
wenn sie Kummer hat, kann sie sich doch sicherlich mitteilen.
Deswegen müssen die beiden einen Weg finden.
Und ich glaube, wenn sie jetzt andauernd einen Schuh macht, dann denkt er
sich: sie will ja gar nichts mit dem Kind zu tun haben
Rene - 10/6/2010 um 15:26
Hallo,
ich finde es absolut nicht falsch oder befremdlich, daß Tine ihren
Lebensgefährten darin bestärkt und unterstützt hat, um das Umgangsrecht
seiner Tochter zu kämpfen.
Denn ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein Vater ziemlich verzweifelt und
deprimiert sein kann, wenn er plötzlich seine Kinder nicht mehr wie gewohnt
jeden Tag sehen kann/darf.
Und wenn ein Vater dann auch noch verzweifelt um das Recht, seine Kinder so
oft wie möglich sehen zu "dürfen" kämpft und jedes Mal Steine in den Weg
gelegt bekommt, kann es durchaus passieren, daß manche Väter emotional so
fertig sind und resignieren und letztendlich aufgeben.
Wirklich akzeptieren könnte ich das dann zwar nicht aber durchaus bei
manchen Vätern nachvollziehen.
Was kann es also schaden, bei diesem schweren Weg (der eigentlich gar nicht
sooooo schwer sein müsste!), eine Stütze zu haben?
Ich denke wie Sonnenschein, daß wenn das Kind "mein" Sofa beschmiert, die
Klospülung nicht betätigen kann und ich die Toilette dann sauber machen
darf, die Klamotten auf den Boden schmeißt und ich sie dann wegräumen darf
etc. dann kann ich meinem Partner meinen Unmut mitteilen.
Es gibt dann eigentlich nur 2 "Lösungen" - entweder der Vater muß alles
wegräumen/sauber machen oder er bringt seinem Kind bei, wie gewisse Dinge
im Leben funktionieren und da reden wir wohl von Dingen, die wie ich meine,
in der Erziehung selbstverständlich sein sollten und nichts mit anderer
Vorstellung von Erziehung zu tun haben.
Jeder hat das Recht sein Kind zu behandeln, wie er es für richtig hält?
Naja, das ist doch sehr pauschal ausgedrückt und sehe ich nicht so.
Wenn ich mitbekomme, daß ein Kind immer wieder stundenlang vor dem
PC/Fernseher sitzt oder nie die Zähne putzt, so ist das sicherlich
schädlich für das Kind und man sollte nicht so ignorant sein und seine
Augen verschliessen.
Mal "abhauen" ist sicherlich gut, aber jedes Mal verdrücken, wenn seine
Tochter kommt, halte ich für keine Lösung, weil es das Problem, daß Du mit
dieser Situation hast, absolut nicht lösen wird.
Stimme Admina zu, daß es ganz schön kränkend sein kann, wenn ein Partner
einem vermittelt, man wäre zu blöd sein Kind zu erziehen.
Sicherlich ist für ihn die Situation auch ungewohnt und fremd, vielleicht
ist er daher etwas unbeholfen oder auch überfordert und er muß seinen neuen
Rythmus mit seiner Tochter erst finden.
Rede in Ruhe mit Deinem Partner und ihr werdet gemeinsam eine Lösung
finden.
Alles Gute!
Rene
Admina - 10/6/2010 um 20:29
Hallo,
| Zitat: | ich finde es absolut
nicht falsch oder befremdlich, daß Tine ihren Lebensgefährten darin
bestärkt und unterstützt hat, um das Umgangsrecht seiner Tochter zu
kämpfen. |
Es ist natürlich nicht verkehrt, seinen Partner zu unterstützen und ihm
beizustehen, aber die Initiative sollte dann letztendlich doch schon vom
Vater ausgehen und nicht von Next. Bzw. finde ich es persönlich
befremdlich, dass eine dritte Person einen Vater anschieben muss, den
Umgang mit seinem Kind wieder aufzunehmen.
| Zitat: | Denn ich habe die
Erfahrung gemacht, daß ein Vater ziemlich verzweifelt und deprimiert sein
kann, wenn er plötzlich seine Kinder nicht mehr wie gewohnt jeden Tag sehen
kann/darf.
Und wenn ein Vater dann auch noch verzweifelt um das Recht, seine Kinder so
oft wie möglich sehen zu "dürfen" kämpft und jedes Mal Steine in den Weg
gelegt bekommt, kann es durchaus passieren, daß manche Väter emotional so
fertig sind und resignieren und letztendlich
aufgeben. |
Man darf aber nicht vergessen, dass es ein ganzes Stück auch recht bequem
ist, den Umgang aufzugeben und sich in seiner Opferrolle zu suhlen.
| Zitat: | Ich denke wie
Sonnenschein, daß wenn das Kind "mein" Sofa beschmiert, die Klospülung
nicht betätigen kann und ich die Toilette dann sauber machen darf, die
Klamotten auf den Boden schmeißt und ich sie dann wegräumen darf etc. dann
kann ich meinem Partner meinen Unmut
mitteilen. |
Da stellt sich dann doch schon die Frage, warum Next hinter dem Kind
herräumen "muss"? Wer zwingt sie dazu?
Außerdem habe ich ja geschrieben, dass man als Next durchaus Dinge vom Kind
verlangen, die sie direkt betreffen. Es geht hier ja aber auch um den
Umgangston dem Vater gegenüber, um Fernseh- und PC-Konsum, um Zähneputzen,
Naschereien, vermeintliche soziale Defizite usw. Und diese Dinge der
Erziehung betreffen eine Next nun nicht wirklich direkt und in diesen
Punkten geht es durchaus um individuelle Vorstellungen.
| Zitat: | Jeder hat das Recht sein
Kind zu behandeln, wie er es für richtig hält?
Naja, das ist doch sehr pauschal ausgedrückt und sehe ich nicht
so |
.
Das Erziehungsrecht eines Kindes liegt nicht umsonst bei den
sorgeberechtigten Eltern und nicht bei Hinz und Kunz. Solange weder
Missbrauch noch Misshandlung noch Vernachlässigung vorliegt, liegt es im
Ermessen der Eltern, wie sie ihr Kind erziehen. Man kann gerne Ratschläge
geben oder seine Meinung sagen - aber man kann niemandem vorschreiben, wie
er sein Kind erzieht. Das würde ich mir auch nicht vorschreiben lassen -
von rein gar niemandem
| Zitat: | Wenn ich mitbekomme, daß
ein Kind immer wieder stundenlang vor dem PC/Fernseher sitzt oder nie die
Zähne putzt, so ist das sicherlich schädlich für das Kind und man sollte
nicht so ignorant sein und seine Augen
verschliessen. |
Aber ist es sinnig deshalb immer wieder mit seinem Partner zu streiten und
die Beziehung zu gefährden?
| Zitat: | Sicherlich ist für ihn
die Situation auch ungewohnt und fremd, vielleicht ist er daher etwas
unbeholfen oder auch überfordert und er muß seinen neuen Rythmus mit seiner
Tochter erst finden. |
Wir reden hier von einem erwachsenen Mann, der sich um sein Kind
allein kümmern möchte. Nicht umsonst denkt er an eine eigene Wohnung für
die Kinder-WE. Vielleicht ist er einfach die ewigen Streitereien satt?
Wieso gesteht man es ihm nicht einfach zu, die Zeit mit seinem Kind so zu
verbringen wie ER es für richtig hält?
Anais - 10/6/2010 um 20:47
@ Susa
Ich würde mir von Henry im Leben nicht vorschreiben lassen, wie ich meine
Jungs zu erziehen habe. Klar, motzt er auch, wenn er z.B. net arbeiten
kann, weil Sohn1 sich volle Kanne mit Musik zudröhnt 
Aber die Grundsatzentscheidungen treffe ich. So wie er für seine Kinder,
ich gebe meinen Senf zu manchen Sachen, die mir auffallen (und umgekehrt),
aber das wars dann auch schon. Ständiges Nörgeln über oder wegen der Kinder
macht nach meiner Erfahrung auf Dauer die Beziehung kaputt.
Sonnenschein - 11/6/2010 um 08:50
Grundsatzentscheidungen liegen immer bei den Eltern. Ich weiß selbst, dass
es schwer ist wenn seine Vorstellungen von Kindererziehung mit dem Partner
nicht immer übereinstimmen, zumal man wirklich als Kinderlose andere
Vorstellung hatte - war bei mir nicht anders. Aber das ist eben so.
Niemand zwingt Next hinterzuräumen. Aber manchmal hat man eben die Wahl,
entweder man macht es selber weg oder wartet bis sich der Freund bemüht und
das kann doch manchmal sehr lange dauern.... Also macht man es irgendwann
selber weg, weil man es nicht mehr sehen kann und seine Wohnung eben nicht
im Chaos versinken sehen möchte. Ich selbst mach es gern, weil ich ihm
dadurch mehr Zeit für die Kids gebe und selbst mal durchatmen kann
Was TV und PC angeht, so halte ich mich tatsächlich raus. Wir hatten auch
einmal das Thema, aber ich merkte eben schnell, dass es seine Sache ist und
nicht meine. Jetzt wird es Sommer und der TV+PC bleiben aus. Das hat er
aber ganz alleine so entschieden, da habe ich nichts zu gesagt.
Ich kann es mir nicht vorstellen, wenn meiner jetzt sagen würde, er würde
sich eine Kids-WE-Wohnung nehmen. Für mich wäre es das Aus der Beziehung,
weil wir dann anstatt einen Weg zu finden, er sich aus dem Staub macht. Ich
wusste doch vorher, dass Kinder da sind, also muss ich mich auch damit
arrangieren können und nicht jedem Konflikt aus dem Weg gehen. Hmm, gut
hier war sie die treibende Kraft, die den Kontakt hergestellt hat, aber sie
hat es nur gut gemeint. Alles nicht so einfach ...
Deswegen bleib ich bei meiner Meinung, die beiden müssen sich hinsetzen und
reden bevor die Fronten verhärtet sind. Denn wenn beide unglücklich sind
mit den WE´s, dann überträgt sich das mit sicherheit auch auf die restliche
Zeit.
Admina - 11/6/2010 um 10:52
Sonnenschein, aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es einem auch als Mensch
mit Kindern wurmen kann, wenn andere ihre Kinder nicht so
behandeln/erziehen, wie man es selbst tun würde
Wenn man sich als Next dazu genötigt fühlt, irgendwelche Dinge zu tun, die
man gar nicht tun möchte, dann darf man die Ursache dafür aber nicht beim
Kind suchen, sondern beim Partner
Wenn er meint, sein Kind nicht zur Ordnung anhalten zu müssen und zu faul
ist, selbst aufzuräumen, dann trägt ER die Verantwortung dafür, wenn seine
Next sich im Chaos unwohl fühlt.
Wobei es in diesem Bereich bei 2 Menschen, die zusammen leben, immer wieder
Reibungspunkte gibt, auch wenn keine Kinder im Spiel sind: meistens ist der
Ordnungssinn bei 2 Partnern nicht gleich ausgeprägt, zumindest nicht in
allen Bereichen.
Man sollte sich als erwachsene Frau immer vor Augen halten, dass man in
seinen Entscheidungen frei ist und sich nicht selbst in eine Lage bringen,
irgendwelche Dinge tun zu müssen. In Tines Fall könnte ein Kompromiss so
aussehen, dass die Wohnung ab einem gewissen Status oder ab einem gewissen
Zeitpunkt aufgeräumt werden muss - egal ob von ihm oder vom Kind oder von
beiden.
Wenn man aber freiwillig dem Partner oder seinem Kind hinterher räumt, dann
dürfte man darunter auch nicht leiden?
Ich mache auch viel für meinen Mann, gerade da er einen anstrengenden und
zeitintensiven Job hat und wir dadurch mehr Zeit füreinander haben.
Ich würde es auch nicht toll finden, wenn mein Partner eine
"Umgangs-Wohnung" anmieten wollte. Aber wie Anais es geschrieben hat:
ständiges Nörgeln und ewige Streitereien wegen den Kindern zehren an den
Nerven und zerstören letztendlich die Beziehung. Dem möchte Tines Partner
mit einer Zweitwohnung wahrscheinlich aus dem Weg gehen. Er möchte sich
wohl auch einfach um sein Kind kümmern, ohne dauernd die mahnende Stimme
seiner Partnerin im Rücken zu haben, was er alles falsch
Sicher hat es Tine gut gemeint, als sie den Kontakt angeleiert hat. Aber
für meinen Geschmack müsste sie es auch lernen, sich zurück zu nehmen und
gewisse Dinge einfach auch auszuhalten - gerade die, die sie nicht direkt
betreffen. Und mit ihrem Partner Kompromisse finden, was die Ordnung in der
Wohnung angeht. Man hält es ja auch mal 1 oder 2 Tage aus, wenn nicht alles
perfekt ist - finde ich 
Lea - 11/6/2010 um 12:24
Hallo liebe Tine67,
auch von mir ein herzliches Willkommen auf diesen seltsamsten aller
Planeten ... ;-)
Ich habe Deinen Thread schon ein wenig mitgelesen und mich entschlossen
jetzt auch noch meinen Senf mit dazu zu geben ...
Liebe Tine, als erstes bin ich ziemlich über den von Dir gewählten Titel
"Kind bedroht unsere Beziehung" erschrocken und habe da schon viel
nachdenken müssen. Weißt Du, wenn man das so liest hört es sich so
wahnsinnig dunkel und düster an ... Was um alles in der Welt macht aus
einem Kind eine derartige Bedrohung?
Ich denke nicht, daß das Kind selbst oder das Dein Lebensgefährte ein Kind
hat, die Bedrohung für Eure Beziehung darstellt, sondern die Differenzen
zwischen Dir und Deinem LG hinsichtlich des Umgangs mit dem Kinde. Kinder
sind allein nicht überlebensfähig und IMMER auf die Zuwendung und die
Unterstützung mind. eines Erwachsenen angewiesen um zu Überleben. Im
Normalfall sind das die Eltern die diesen Part übernehmen. Je exklusiver
sich die Eltern um das Aufwachsen ihres Nachwuchses kümmern desto besser
ist ihr "Überleben" sichergestellt. Zebricht diese Exklusivität durch
Trennung/ Scheidung wird das von den meisten Kindern als Bedrohung
wahrgenommen. Nicht umsonst wünschen sich viele Kinder auch noch Jahre nach
der Trennung, daß Ihre Eltern sich wieder versöhnen und defacto die
"Normalität" wieder hergestellt wird und damit auch wieder eine erhöhte
Sicherheit.
Das was Du erlebst kommt mir so ein wenig vor wie die berühmten Geister die
ich rief ... Erst auf Deine Initiative hin funktioniert der Umgang der
zwischen KV und Tochter überhaupt wieder, aber jetzt nicht so wie von Dir
erwünscht und erhofft.
Versuch mal Deine Rolle aus der Position des Kindes zu betrachten: Ist es
nicht für das Kind nicht eher so daß Du die ohnhin schon kurze Zeit des
Umgangs mit ihrem Vater "bedrohst"? Was könnte man tun um diese Ansicht bei
ihr eventuell zu ändern? Welchen "Mehrwert" kannst Du ihr bieten, damit
sich Eure Beziehung zueinander ändert und verbessert? Eventuell gibt es
"Mädchensachen" die Euch verbinden könnten? 
Was könnte Dich persönlich für das Kind ein wenig interessanter machen?
(Hobbies, Fähigkeiten) ... Ich glaube nicht, daß man das Kind nicht
irgendwie "knacken" kann, es muss einen Ansatzpunkt geben. Ihr habt schon
viel ausprobiert, eventuell fällt Euch ja auch noch etwas ein ...
Funktioniert gar nichts, dann würde ich mich zumindest tagsüber an den
Besuchs-We's auf eigene Pfade begeben und die Zeit als "Freizeit" oder
"persönliche Zeit" betrachten. Im alltäglichen Umgang sollten allerdings
Regeln aufgestellt werden, an die sich alle zu halten haben. Du musst Dich
als Next nicht mit Nudeln bewerfen lassen oder die Putze nach dem
Besuchs-WE spielen. Diese Regeln MUSS allerdings Dein LG bei seinem Kind
durchsetzen, er ist der Vater. Schafft er das nicht oder schlimmer will er
das nicht, dann bedroht meiner Meinung nach eher Dein LG Eure Beziehung,
das Kind als solches sicher nicht. (nie vergessen, es ist "nur" ein
Kind).
Der Konflikt besteht m.E. nach zwischen Dir und Deinem LG hinsichtlich
unterschiedlicher Auffassungen bzgl. des Umgangs mit dem Kind. Durch das
Kind werden diese so oder so bestehenden Konflikte nur schneller ans
Tageslicht befördert.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar neue Denkanstöße verschaffen. Ich finde,
Ihr Erwachsenen müsst das geregelt bekommen und nicht das Kind. Das hat
sich das nicht ausgesucht und sollte schon gleich gar nicht als die Wurzel
allen Übels (Ok die Formulierung ist etwas übertrieben aber mir fällt grad
nix anderes ein) betrachtet werden.
Liebe Grüße,
Lea
[Editiert am 11/6/2010 um 12:29 von Lea]
Admina - 11/6/2010 um 12:34
@Lea: 
Sonnenschein - 11/6/2010 um 12:35
Ich stimme dir zu, das Kind kann definitiv nix dafür.
Eigentlich sind wir uns auch sonst einig
Wie gesagt, man muss Kompromisse finden, wenn das in einem Gespräch geklärt
wurde, dann macht man sich sicher auch keinen Kopf, wenn die Wohnung nicht
100% takko ist. Aber es sollte im Rahmen bleiben. Und ja, ER ist dafür
Verantwortlich, wenn sich die Freundin in dem "Chaos" nicht wohl fühlt.
Nur ich persönlich finde es schwer dass einem Partner zu erklären, ohne das
es so klingt, als würde man am Kind nörgeln...
Admina - 11/6/2010 um 13:01
Gewaltfreie Kommunikation kann man durchaus lernen
Man kann z.B. sagen:
"Dein Kind ist schlampig und Du bist zu faul zum Aufräumen"
oder
"Ich fühle mich unwohl, wenn das Chaos im Haus ein zu großes Ausmaß annimmt
und ich nichts mehr finde."
Auch denke ich, dass sich die Situation entscheidend verbessern würde, wenn
Tine sich ihre "Einschreitungen" verkneifen würde. Wenn ihr Partner seinem
Kind das nächtliche CD-Hören erlaubt und sie es dann verbietet - dann ist
es nicht verwunderlich, dass sie in den Augen des Kindes die "böse
Stiefmutter" ist - auch wenn sie es nur gut meint.
Rene - 11/6/2010 um 14:01
Finde ich auch
@Lea:Super Worte!

Thilia - 11/6/2010 um 23:09
Ein bisschen muss ich der allgemeinen Meinung hier wiedersprechen. Aber ich
finde das nicht schlimm, wäre schlimmer, wenn jeder die gleiche Meinung
hätte, und immer alles mit dieser Lösung funktionieren würde. Nur das tut
es nunmal nicht immer.
Ich gebs zu: Ich halte meinen Mann zu einem gewissen Teil auch "unfähig"
sich um sein Jind zu kümmern. Und zu dieser Meinung stehe ich auch. Es hat
allerdings einen Grund: Er hatte damals nie die Chance sich um das Kind zu
kümmern, weil seine Ex sehr penibel war, und so gut wie keinen anderen
etwas bei ihrem Kind hat machen lassen. Ergo konnte er nie wirklich Vater
sein. Zu Beginn der Besuchswochenenden und auch jetzt noch ist er ziemlich
überfordert mit seinem Kind. Ich habe auch immer eingegriffen, wenn es mir
"richtig" erschien, weil ich wisste, dass wir sonst wieder Stunk von seiner
Ex bekommen, weil sie jede Kleinigkeit bekritelt hatte und als Grund
genommen hat, ihren Ex fertig zu machen. Ging bei mir soweit, dass ich
regelmässig an diesen Wochenenden Migräneanfälle bekommen hab, weil ich
ständig unter Hochspannung war.
Es gab etliche Gespräche mit meinen Mann, wir haben viel überlegt usw.
Ausschlaggebend war dann mein Grundgedanke: Wenn wir ein eigenes Kind
haben, dann kann und möchte ich die Kinder auch nicht unterschiedlich
behandeln. Hab auch hier im Forum mein Herz darüber ausgeschüttet. Hier
wurde mir klar, dass man die "Besuchskinder" ruhig verwöhnen darf, denn
schließlich sind sie zB nur alle 2 Wochen da usw. Jetzt haben wir weiter
überlegt und eine für uns gute Lösung gefunden, in dem wir wie bereits
gesagt, die Kleine so behandeln, wie sie sich verhält. Benimmt sie sich,
darf sie mehr. Benimmt sie sich nicht, gibts Einschränkungen. Außerdem hat
sie noch gewisse Pflichten zu übernehmen, wie zB ihr Zimmer in Ordnung
halte, ihr Bett machen usw. Einfach Sachen, die jedes normale Kind auch
machen muss.
Und der Grund, warum mein Mann auch so dahinter ist, ist genau der, das die
Kleine sich auch nicht selbst beschäftigen konnte. Durfte sie ncht vor den
PC oder Fernseher, kam auch: "Mir ist sooo fad..." "Dann zeichen doch
was..." "Ja, aber was?" "Überleg dir was..." "Mir fällt nichts ein..."
"Dann mal zB dein Lieblingstier..." "Ok..." 2 min später: "Ich kann das
nicht zeichnen... mir ist langweilig..." Wenn man ihr nichts vorgekaut hat,
war sie auch nicht fähig selbst was zu machen, bzw war auch total
fantasielos. Und das hat meinen Mann sehr schokiert. Deswegen hat er von
sich aus dann PC reduziert, und versucht mit ihr Sachen zu machen wie zB
spazieren zu gehen usw.. einfach nicht nur dauernd vor der Glotze oder den
Bildschirm hocken. Und was soll ich sagen? Die Kleine kann sich jetzt schon
bis zu 2 Stunden selbst beschäftigen. Also für uns auf jedenfall ein toller
Erfolg.
Übrigends: Bei uns ist die Kleine auch total brav. Die "Horrorgeschichten"
von ihrer Mutter, dass sie da so schreit die Kleine oder auch tritt, hat
sie bei uns nie gemacht. Bei uns gibts ganz einfach gewisse Grenzen und
Abmachungen. Die Kleine selbst hat mal zu ihrem Papa gesagt, sie würde sich
wünschen, dass ihre Mama auch ein bisschen strenger wäre, weil sie da alles
machen darf. Also so falsch kanns dann auch nicht sein
Mittlerweile rede ich auch nicht mehr so viel drein, wenn mir was auffält,
dann rede ich mit meinem Mann, dass ich das so sehe, und entweder er sieht
das gleich oder nicht, und er redet dann mit seiner Tochter. Muss ihm halt
nur ab und an mal sagen wenn es zuviel wird, weil er auch zu der Sorte
gehört, der gerne mal die Zeit übersieht, da sind sich Papa und Tochter gar
nicht so unähnlich *lach*
Klar, es war auch ein langer Weg bis dahin wo wir jetzt sind, hat auch 3
Jahre gedauert, aber wir alle kommen mit der Situation mittlerweile sehr
gut klar. Oft nehme ich mir auch einen halben Tag bis Tag eine Auszeit beim
Besuchswochenende und geniesse die Zeit für mich und lasse mich massieren
usw. So haben wir Zeit zu dritt, und Papa und Tochter haben auch mal Zeit
für sich alleine, bzw für sich und die Computer 
Lea - 12/6/2010 um 08:27
Guten Morgen Thilia,
soweit liegen unsere Meinung doch gar nicht auseinander.
Ihr hattet auch Probleme/ unterschiedliche Ansichten im Umgang mit dem
Kind. Ihr Erwachsenen habt es beide gemerkt, habt Euch hingesetzt, eine
Lösung erarbeitet und diese gemeinsam durchgesetzt. Das hat, denke ich, nur
funktioniert, weil ihr beide an einem Strang gezogen habt. Du gibts mir
doch sicherlich recht, wenn ich einfach mal behaupte, daß "Euer" Kind ja
auch nix dafür kann und sich das nicht ausgesucht hat. Trotzdem
funktionierts weil Ihr Erwachsenen an einem Strick zieht und jeder
Kompromisse eingegangen ist.
Das Problem von Tine ist ja, das genau das eben nicht passiert weil es
u.a. auch von ihrem LG abgeblockt wird der anstatt sich eine gemeinsame
Lösung zu erarbeiten lieber die Flucht in eine Umgangswohnung antritt.
Trotz mehrmaliger Beratungsgespäche ist anscheinend keine Lösung in Sicht
und die Situation scheint sich mit der Zeit eher weiter zu verschlimmern
statt zu verbessern.
Dafür kann man ja schlecht dem Kind die Schuld geben oder es als die
Bedrohung hinstellen. Die Kleine nutzt einfach die gegebene Situation
wahrscheinlich auch eher intuitiv aus und solang da keine gemeinsamen
Grenzen gesetzt werden wird da wohl auch so bleiben. Tine's LG muss die
Grenzen durchsetzen bzw. Tine vor dem Kind dazu "befähigen" das tun zu
können. Das genau passiert eben nicht.
Und was die Unfähigkeit von Männern angeht, da haben wir Frauen wohl immer
was zu meckern ...  das wäre schon wieder einen eigenen
Unfähigkeitsthread wert
Also ich halte meinen für komplett konfliktunfähig  , ich liebe ihn trotzdem so wie er ist. Wobei
manche Ausschläge mich auch immer wieder auf die Palme bringen, aber das
gehört wohl zum Paket einfach dazu und muss man so akzeptieren.
Liebe Grüße,
Lea
[Editiert am 12/6/2010 um 08:29 von Lea]
Admina - 12/6/2010 um 11:01
| Zitat: | Ich gebs zu: Ich halte
meinen Mann zu einem gewissen Teil auch "unfähig" sich um sein Jind zu
kümmern. Und zu dieser Meinung stehe ich auch. Es hat allerdings einen
Grund: Er hatte damals nie die Chance sich um das Kind zu kümmern, weil
seine Ex sehr penibel war, und so gut wie keinen anderen etwas bei ihrem
Kind hat machen lassen. Ergo konnte er nie wirklich Vater
sein. |
Tut mir leid, aber ich muss jetzt schon ein bisschen grinsen
Ich lese es so oft, dass männliches Fehlverhalten mit dem Verhalten der
"bösen, herrschsüchtigen, machthungrigen, unterdrückenden Ex" entschuldigt
wird, gegen die sich der "arme, schwache, hilflose Mann" nicht auflehnen
konnte.
Ich frage mich da ein wenig, was für ein Menschenbild man da von seinem
Partner haben muss
Ehrlich gesagt, bin ich auch eine penible Mama, die stets denkt, dass nur
sie sich adäquat um den Nachwuchs kümmern kann. Und trotzdem halte ich
meinen kinderlosen Gatten durchaus für fähig, sich auch um meine Kids zu
kümmern.
Für mich wäre es nichts (mehr), einen Mann an der Seite zu haben, von dem
ich denke, dass ich eingreifen und einschreiten muss, weil er unfähig ist
und ich ihn vor Schaden bewahren muss. In einer solchen Rolle habe ich mich
immer mehr als Mutter denn als Partnerin gefühlt - und dementsprechend ging
nach und nach der Respekt flöten
| Zitat: | Wenn wir ein eigenes
Kind haben, dann kann und möchte ich die Kinder auch nicht unterschiedlich
behandeln. |
Dies ist in der Tat ein Balance-Akt, der sich im Regelfall aber einpendelt,
wenn man sich auf Kompromisse einigt.
| Zitat: |
Übrigends: Bei uns ist die Kleine auch total brav. Die "Horrorgeschichten"
von ihrer Mutter, dass sie da so schreit die Kleine oder auch tritt, hat
sie bei uns nie gemacht.
|
Das ist nichts Ungewöhnliches. Meine Kinder haben sich auswärts immer
vorbildlich verhalten und ich wurde/werde immer um meine braven, toll
erzogenen, vorbildlichen Kinder beneidet. Zu Hause sieht das aber zeitweise
ganz anders aus
Es ist völlig normal, dass sich Kinder im vertrauten Umfeld anders
verhalten und "die Sau rauslassen", während sie anderweitig brave Engelchen
sind.
Es macht auch immer einen Unterschied, ob man ein Kind nur ein paar Tage im
Monat betreut oder den Alltag mit ihm lebt.
| Zitat: | Die Kleine selbst hat
mal zu ihrem Papa gesagt, sie würde sich wünschen, dass ihre Mama auch ein
bisschen strenger wäre, weil sie da alles machen
darf. |
Eine kleine Schleimerin
Auch das kenne ich von meinen Kindern
Thilia, alles in allem habt Ihr doch einen guten Weg gefunden - und das ist
letztendlich das Wichtigste! 
Thilia - 12/6/2010 um 18:48
| Zitat von Admina, am 12/6/2010 um
11:01 | Ich lese es so oft, dass männliches
Fehlverhalten mit dem Verhalten der "bösen, herrschsüchtigen,
machthungrigen, unterdrückenden Ex" entschuldigt wird, gegen die sich der
"arme, schwache, hilflose Mann" nicht auflehnen
konnte. |
Ne ne ne, es ist ein Unterschied, ob ich sage die alzu böse Ex usw. oder ob
ich das sage, wie ich sie von damals kenne, als ich noch nicht mit meinem
Mann zusammen war, und die beiden noch ein Paar waren. Ich kenne sie ja
nicht nur als Ex
Sie ist wirklich so gewesen. Es war auch schon ne gewaltige Ausnahme, wenn
sie das Kind als Baby jemanden anderen zum halten gegeben hat. Udn auch nur
dann, wenn sie sich sicher sein konnte, dass derjenige sich vorher
gründlich die Hände gewaschen hat. Sie war da ne absolute Glucke 
Ist halt ihre Art gewesen mit dem Kind damals so umzugehen. Und ich habs
selbst mitbekommen, dass er da nix machen durfte. Und ich weiß auch die
Gründe, warum er sich da nicht gewehrt hat, bzw. nichts gemacht hat, aber
das gehört hier nicht her, dass sind ganz private Gründe die ich hier nicht
breittreten möchte. Aber ich kann soviel sagen, dass es sich dann zu einem
Teufelskreis entwickelt hat, und sie sich in ihre "eigene" kleine Welt
geflüchtet hat mit dem Kind.
Von daher denke ich, hätte er damals die Chance gehabt, sein Kind aktiver
als Vater zu erleben, dann wäre es jetzt auch eine ganz andere Situation
wie er mit ihr umgehen würde. Aber zumindest findet er jetzt seine ganz
eigene Art Vater zu sein. Und ich bin mir sicher, er hat die anfänglichen
Arschtritte gebraucht. Wie gesagt, mittlerweile sieht es ganz anders aus,
und ich geb nur meinen Senf in gewissen Situationen ab, aber auch nicht in
der Form dass ich sage er muss, sondern einfach nur Hinweise. Was er dann
daraus macht, ist sein Ding, da red ich nicht mehr drein.
Und dass ich den respekt verloren hätte ihm gegenüber... ich muss sagen, es
ist genau das Gegenteil passiert. Ich sehe ihn wie er in seiner Rolle
wächst, und es ist eine Freude zuzuschauen, wie immer öfters ER seine
Kleine um den Finger wickelt *lach* Und im Großen und Ganzen hat es uns
mehr zusammengeschweißt, weil wir uns auch durch solche "Herausforderungen"
noch mehr kennengelernt haben. Ich bin immer wieder positiv überrascht.
Achja, und es ist gar nicht so, dass er deswegen jetzt nach meiner Pfeife
tanzen würde oder so. Er hat seine eigenen Erziehungsmethoden, die manch
einer für bedenklich halten mag, aber bei ihm und seiner Kleinen
funktioniert es. Und das finde ich das schöne daran. ich selbst sehe mich
da nur als die "Pusherin" und "Motivatorin" dass er aus den eingefahrenen
Schienen rauskommt, in ein neues Muster und somit einem harmonischen
Miteinander.
Ich hoffe das war verständlich was ich ausdrücken wollte.
Zu allen anderen Punkten kann ich dir nur zustimmen... (die kleinen süssen
Monster *gg*)
Im Großen und Ganzen denke ich, ist wie hier schon öfters jetzt gefallen
ist, die Bereitschaft Kompromisse einzugehen. Keiner soll auf der Strecke
bleiben müssen, denn sonst kan es nicht funktionieren.
Und was ich zum Schluß noch loswerden wollte: Klar, unsre Männer haben ihre
Ecken und Kanten und auch Macken, aber die haben wir Frauen mit Sicherheit
auch alle. Möchte gar nicht wissen, was unsere Männer über uns Frauen
schreiben würden *lach*
Nobody is perfect! 
Tine67 - 14/6/2010 um 17:46
Hallo,
und erstmal Danke an alle, die mir mit ihren Beiträgen Hilfestellung
gegeben haben. Es hilft schonmal, einfach mal andere Blickwinkel zu der
Situation zu bekommen.
Die Situation war zwischenzeitlich nahezu unerträglich, denn am
Freitag/Samstag waren meine beiden Nichten zu Besuch und da hat mein LG es
mir (ob bewußt oder unbewußt) heimgezahlt, dass ich ihn am letzten
Besuchswochenende im Stich gelassen habe. Er hat sich zwar noch nie groß
mit meinen Nichten beschäftigt, aber diesmal war er offensichtlich total
abweisend zu den beiden.
Ich habe mir dann am Samstagabend ein wirklich dickes Herz gefasst und
versucht, in aller Ruhe mit ihm zu reden. Ich weiß ja, was er mir zeigen
wollte, nämlich "warum kannst Du meine Tochter nicht so behandeln wie deine
Nichten?". Die Frage ist absolut nachvollziehbar. Da ist aber ein
Riesenunterschied: Meine Nichten kommen 2-3x im JAHR mit ihrer MUTTER zu
uns zu BESUCH. Und die Mutter greift rigoros ein, wenn sich die beiden
nicht benehmen. Seine Tochter ist regelmäßig Teil der Familie und in dem
Moment 48 Stunden um mich rum und sie benimmt sich eben nicht und er
schreitet auch nicht ein.
Und da liegt nun auch das Problem und ihr habt recht. Es ist eigentlich
nicht das Kind, das unsere Beziehung bedroht sondern der Vater, der
einfach nicht erziehen will und gleichzeitig auch noch zu träge ist, sich
auch wirklich um sein Kind zu kümmern. Und nun beißt sich die Katze in den
Schwanz - Dadurch, dass er es zuläßt, dass die Kleine sich so unsympathisch
verhält, kann ich sie einfach nicht gern haben. Und er erwartet von mir an
den Wochenenden einen Einsatz, der auch voraussetzen würde, dass ich gerne
mit diesem Kind zusammen bin. Er müßte also die Voraussetzungen schaffen,
dass ich das Kind auch mögen kann. Kann mich jemand verstehen?
Nun haben wir zunächst den Kompromiss geschlossen, dass wir das übernächste
Wochenende wieder gemeinsam verbringen. Ich werde versuchen, dem Kind
freundlicher zu begegnen und er wird versuchen, dem Kind auch mal Grenzen
zu setzen. Ich halte mich dbzgl. raus, sofern ihr Verhalten mich nicht
direkt tangiert (wie z.B. ein kackeverschmierter Klo).
Was ihr allerdings total vergessen könnt, ist, bei dem Mädel von dem armen,
kleinen Kind zu sprechen. Die weiß ganz genau, was sie will und wie sie es
kriegen kann. Dieses Kind würde einen Soldaten stramm stehen lassen  .
Komischerweise akzeptiert sie immer sofort, wenn ich was sage. Da geht es
ohne großes Knurren zum Zähneputzen oder zum Klo saubermachen.
Grüße, Tine
Admina - 14/6/2010 um 18:03
Hallo Tine,
es ist vollkommen nachvollziehbar und auch legitim, dass Du seine Tochter
nicht automatisch lieben musst, nur weil sie das Kind Deines Partners ist.
Es ist von Deinem LG auch ziemlich kindisch, dass er sich gegenüber Deinen
Nichten abweisend verhält, nur weil Du mit seiner Tochter nicht so gut klar
kommst, denn diese Mädels können ja schließlich auch nichts dafür.
Ich weiß nicht, aber ich denke, Du solltest Dich auch ein wenig von der
Vorstellung verabschieden, dass Dein Partner dafür sorgen soll, dass Dir
das Kind sympathisch ist. Man kann ein Kind nicht programmieren, damit es
wunschgemäß funktioniert
Ich glaube auch nicht, dass das Dein Problem ist, sondern der Kern liegt
meiner Meinungnach darin, dass sich Dein Partner nicht wirklich um sein
Kind kümmert und stattdessen von Dir verlangt, die Ersatzmutter zu geben.
Kann das sein?
Das solltet Ihr vielleicht noch mal aufdröseln, ob Du Dich irgendwie als
Kindsmagd missbraucht fühlen könntest, weil der Vater nicht so recht Bock
hat, sich allein zu kümmern. Das würde mir auch missfallen - ganz
ehrlich.
Das Gehabe des Kindes kann auch Unsicherheit sein und im Inneren ist sie
vielleicht wirklich ein armes, kleines Kind. Sie spürt es ja, dass ihr
Vater ihr keine Grenzen und somit auch keinen Halt gibt.
Es ist sehr löblich, dass Du das Kind freundlicher behandeln möchtest. Es
gibt da eine Regel: "Man kann sich nicht zwingen, jemanden zu lieben, aber
man kann sich zwingen, jemanden liebevoll zu behandeln." Das sage ich mir
ganz oft, wenn mir Leute furchtbar zuwider sind
Dass die Kleine Dir so gut folgt zeigt doch, dass sie förmlich nach Grenzen
schreit. Andererseits ist es natürlich Mist, wenn Dein Partner in die eine
und Du in die andere Richtung gehst. Vor allem solltet Ihr Euch nicht
permanent wegen dem Kind streiten.
Alles Gute!
Thilia - 15/6/2010 um 14:15
Das kligt doch schon mal nach einem guten Ansatz.
ich würds auch mal so probieren... alles was mich persönlich betrifft, da
habe ich das Recht was zu sagen. Bei allen anderen Belangen nimm dir mal
deinen Mann zu Seite und rede mit ihm in Ruhe drüber, ohne dass das Kind
was davon merkt. So überlässt du ihm die Entscheidung was er macht und was
nicht, und er verliert nicht das Gesicht vor seiner Tochter, wenn du ihn
herumkommandierst 
Tine67 - 16/6/2010 um 19:52
Hallo, liebe Hilfeleistenden,
ich bin heute Abend allein und konnte endlich mal alle Eure Beiträge in
Ruhe durchlesen. Mein Mann findet es gar nicht richtig, dass ich mich in so
einem Forum rumtreibe  .
Ich bin total müde, weil mich das ständige Grübeln über die Situation total
überfordert. Gestern waren wir wieder zur Paartherapie. Mein Mann wird
nicht mehr hingehen. Er meint, es bringt ihm nichts. Er will sich nun einen
Therapeuten für sich suchen, weil er merkt, dass er ein grundsätzliches
Problem damit hat, von seinen Mitmenschen respektiert und geachtet zu
werden.
Ich merke es ja an mir selber, dass ich an den Wochenenden mit seiner
Tochter jeden Respekt vor ihm verliere. Ich könnte mir auf die Stirn
tackern "Wie kann sich ein 50-jähriger Mann nur so von einem 7-jährigen
Kind behandeln lassen". Und das merkt er natürlich auch.
Deshalb haben wir nun besprochen, dass zunächst weder ich noch er die
Flucht aus der Wohnung ergreifen, wenn Besuchswochenende ist. Ich schaffe
die hausfraulichen Rahmenbedingungen (kochen, Einkäufe etc.) und er
akzeptiert dafür, dass ich nicht aktiv bei der Gestaltung des Wochenendes
mitwirke, wenn ich nicht möchte und auch weggehe, wenn ich merke, dass in
mir das Bedürfnis aufsteigt, in die Situation einzugreifen. Wenn aber was
gründlich schief zu gehen droht, was dem Kind tatsächlich schaden könnte,
soll ich ihn darauf hinweisen. Ansonsten wollen wir trotzdem versuchen, vor
dem Kind Einigkeit zu demonstrieren.
Das ist nun die Theorie - die Praxis muß per Learning by Doing erprobt
werden.
Übrigens habe ich ihn nie vor dem Kind angemeckert oder mit ihm gestritten.
Ich habe mich (leider) immer sehr gut im Griff.
Und vielleicht noch ein kleiner psychologischer Gedankenanstoß:
Das Kind hat mir am letzten Wochenende ein Bild gemalt - sie in der Mitte
und die größte Person, ich rechts von ihr und ihr Papa links von ihr - und
den Papa hat sie ohne Gesicht und ohne Arme gemalt. Die Therapeutin meinte
nur, dass das doch sehr zu denken geben sollte.
Grüße, Tine
Admina - 17/6/2010 um 09:52
Hallo Tine,
es ist nicht selten so, dass hinter "Zweitfrauenproblemen" oft ganz andere
Paarprobleme stecken. Gerade wenn es so empfunden wird, dass seine Kinder
die Beziehung gefährden, kristalliert sich fast immer ein anderer Grund
heraus, weshalb die Beziehung nicht rund läuft.
Ich weiß zu genau, wie es ist, wenn man seinen Partner nicht als Mann
respektiert, sondern sich eher wie dessen Mutter fühlt
Es ist ein schwerwiegendes Problem, keinen Respekt vor seinem Partner zu
haben, aber ich glaube nun wirklich nicht, dass dies nur dadurch kommt,
weil sich dieser in bestimmten Situationen entsprechend (oder eben nicht
entsprechend) verhält. Man ist in einer Beziehung ja nie zu 100% mit allem
einverstanden, was der andere so veranstaltet - und trotzdem verliert man
nicht gleich den Respekt vor ihm.
So schreibst Du ja auch, dass Dein Mann häufig das Problem hat, nicht
respektiert und geachtet zu werden. Das solltet Ihr unbedingt mal
aufdröseln, denn ich glaube nicht, dass es am Kind liegt oder wie er mit
ihm umgeht - zumindest nicht nur.
ER hat an den Besuchs-WE natürlich nicht die Flucht anzutreten und falls
ja, dann ausschließlich mit Kind. Oder hat er Dich schon mal mit seiner
Tochter sitzen lassen und ist "geflüchtet"?
Statt dem "Einschreiten bei Gefahr" würde ich mich mal mit ihm hinsetzen
und ihm ein paar Grundlagen der Kindererziehung in puncto Medienkonsum,
Zahnpflege usw. erklären oder ihm gleich zum Lesen entsprechender Literatur
raten. Schenke ihm doch einfach mal ein entsprechendes Buch.
Für mich liest es sich ein wenig so, als ob er absichtlich auf "blöd"
macht, um Dich mit in die Verantwortung zu nehmen. Ehrlich gesagt würde ich
mir an den Kopf fassen, wenn ein Vater mich bitten würde, dass ich
eingreife, wenn er seinem Kind schadet
Auch wenn Du bei einem "Eingreifen" nicht meckerst oder streitest,
untergräbst Du seine Authorität, indem Du ihn "korrigierst". Das Kind lernt
so, dass sein Vater ab und an von Dir "verbessert" wird und somit Deine
Ansagen über seinen stehen. Wenn man es so betrachtet, dann ist es doch
auch nicht verwunderlich, dass sie vor ihm anscheinend auch keinen Respekt
hat und Dir aufs Wort gehorcht?
Was die Interpretation von Kinderbildern angeht, so wäre ich da äußerst
vorsichtig. Obwohl ich mich mit der Materie sehr gut auskenne, halte ich es
für nicht ganz so professionell, wenn man aus Bildern schnell mal irgendwas
rausliest. Selbst wissenschaftlich sind die sog. "Familie-in-Tier-Bilder"
äußerst umstritten.
|